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Autor Thema: Ende der deutschprachigen WoD  (Gelesen 18610 mal)

Ruadriel

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #15 am: November 27, 2006, 15:10:41 Nachmittag »
@Dureknight: Den Vorwurf der Kommerzialisierung kann ich nicht nachvollziehen.
White Wolf hatte alle seine Spielsysteme von Anfang an auf ein Ende hin angelegt. Die Vampire hatten ihr Gehenna, die Werwölfe ihre Apokalypse etc. Dass sie diesen zugegebenermaßen drastischen Schritt auch wirklich gehen und sagen "Hey, wir haben es lange angekündigt, die Welt geht jetzt wirklich unter!" finde ich ehrlich gesagt sehr mutig und konsequent, meines Wissens nach ein auf dem Rollenspielsektor beispielloses Verhalten.

"Reqiuem" ist nicht nur einfach eine Neuauflage, sondern quasi ein ganz neues System, daß mit dem alten Spiel nichts mehr gemein hat!
Das Regelsystem wurde aufgrund der (mittlerweile) langjährigen Erfahrung ausgebessert und überarbeitet etc.pp.
Gut, viele Bezeichnungen wurden übernommen, was in meinen Augen auch sehr unglücklich ist, denn irgendwie hat man noch immer das alte Bild, das mit dem Namen verbunden ist, in Erinnerung. Dieses hat aber mit dem Neuen nicht mehr unbedingt etwas zu tun.

Und würdest du wirklich von einer Firma verlangen, daß sie, nachdem sie ihre sämtlichen Systeme zu einem Ende gebracht hat, dicht macht und allen Mitarbeitern kündigt? Fände ich etwas übertrieben... 8-)
Das klingt wie der Kommerzialisierungsvorwurf in der Musikbranche, zumindest geht es in diese Richtung.
Willst du den Leuten vorwerfen, daß sie von ihren Produkten leben können bzw. Musikern, daß sie halt nicht ma Hungertuch nagen, nur damit der "True Underground" sie kennt, einzig und allein?

Ich habe "Reqiuem" bis jetzt lediglich mal durchgeblätter, und es macht einen deutlich stringenteren Eindruck als Maskerade...
Außerdem hat Lauriel Recht mit der Faulheit bezüglich neuen Regeleditionen. Ich war bei DSA4 genauso... :wink: und nun bin ich begeistert...

Dureknight

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #16 am: November 27, 2006, 23:53:03 Nachmittag »
Also ich wollte jetzt eigentlich gar nicht auf dieser "Scheiß Kommerz"-Schiene fahren. Es ist natürlich nachvollziehbar, dass ein Rollenspielhersteller von irgendwas Leben muss. Manche gehen da den Weg, dass sie ihre Spielwelt in die Tiefe entwickeln (z.B. DSA), andere versuchen ihr Regelsystem zu perfektionieren (z.B. Shadowrun). Aber irgendwann kommt bei allen der Punkt, wo sie alles bisher dagewesene als veraltet erklären und dann eine komplette Neuauflage rausbringen. Wie gesagt, sicherlich nachvollziehbar.
Trotzdem stehe ich als Kunde vor der Wahl:
1. ich kaufe alles neu
2. ich lade es mir (ILLEGAL!) aus dem Netz runter
3. ich bleibe beim alten
Und das ärgert mich als Kunde. Und wenn ich die Gründe der Hersteller noch so gut nachvollziehen kann: Ich habe als Kunde ein Recht auf eine Meinung. Und ich bin als Kunde nicht dafür da, dass der Hersteller Umsatz hat, sondern der Hersteller ist für den Kunden da.
Aber zurück zu meinen Wahlmöglichkeiten: Wenn ich 1. oder 2. wähle, muss ich eine Menge Zeit investieren um neue Regeln zu verinnerlichen. Zeit, die ich nicht habe, und die letzten Endes Zeit ist, in der ich lieber spielen würde. Wenn ich 1. wähle, muss ich außerdem noch eine Menge Geld investieren, was unzweifelhaft ein Nachteil für mich ist. 2. wäre ohnehin keine Option für mich, weil genau diese Vorgehensweise die Rollenspielverlage am meisten schädigt und ich damit letzten Endes den Ast absäge, auf dem ich sitze. Bleibt also 3.! Damit könnte ich nun bis an mein Lebensende glücklich in meiner Runde weiterspielen und alles wäre gut. Dumm wird es nur, sobald ich auf Cons fahre, oder wenn ich umziehen muss und in meiner neuen Stadt eine neue Runde suche, die dann halt auch oft nach neuen Regeln spielt. Genau diesem Problem bin ich als ehemals standhafter DSA3-Verfechter bei meinem Umzug nach DD zum Opfer gefallen. Bei der WoD hat nun nicht nur das Regelsystem, sondern auch die Spielwelt sich verändert. Tut mir leid, aber ihr könnt nicht verlangen, dass ich mich darüber freue.
Schade finde ich dabei insbesondere, dass die alte WoD eben nicht mehr aufgelegt wird, und man höchstens noch Restexemplare ergattern kann. Damit ist Vampire-The Masquerade ja quasi zum Aussterben verurteilt, jedenfalls auf lange Sicht. Ich hab die alte WoD halt liebgewonnen, und deswegen hat es Requiem bei mir so schwer. Vielleicht würde mein Urteil anders ausfallen, wenn ich neu in das System einsteigen würde.
Und wenn White Wolf Gehenna von vorne herein eingeplant hat, so ist das in der Tat mutig, aber nur weil es mutig ist, muss ich es ja nicht gleich auch gut finden.
Don't argue with idiots.
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and then beat you with their experience.

Ruadriel

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #17 am: November 30, 2006, 13:08:41 Nachmittag »
Verlangt ja auch keiner von dir, daß du es gut findest. Ich mag die alte WoD auch sehr gerne und werde sie noch weiter bespielen, aber Requiem ist nunmal ein neues System, daß mit dem alten nix am Hut hat. Ungefähr so, als würde Fanpro DSA einstellen und ein neues Fantasy-Spiel rausbringen...

Im Grunde genommen sagts du doch auch mit diesem Post, daß du die nWoD nicht magst, weil du noch nichts darüber gelesen hast, sei es nun aus finanziellen, zeitlichen oder faulheitsbedingten Gründen.  :wink:

Fakt ist nunmal, daß die alte WoD ein "Projekt auf Zeit" war, mit einem festgesetztem Ende. Das ist nun erreicht, ob es uns gefällt oder nicht. Wir können nun weitermachen wie bisher und Gehenna ignorieren oder auch die alte WoD sein lassen. Und, es sind alle Spielmaterialien draußen, die man zum spielen benötigt. Regelwerke, Clansbücher, etc. Manche muß man inzwisdchen suchen, aber die Neuauflage der Clansbücher ist un auch schon 8 Jahre her, genug Zeit, um sie sich zu besorgen. Das alte Zeug, was nicht mehr aufgelegt wird, findet man ebenso im Netz, wobei es dabei nun ziemlich egal ist, ob man es sich runterlädt oder kauft, wenn man es eh fast nirgendwo mehr bekommen kann.
Mehr als das Grundregelwerk braucht man doch auch nicht unbedingt, vielleicht noch dioe Clansbücher oder so etwas, aber Städtebeschreibungen oder vorgefertigte Chroniken halte ich größtenteils für Humbug. Da spiele ich lieber eigene Geschichten...

Lord Schmodder

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #18 am: Dezember 04, 2006, 08:55:35 Vormittag »
Ich möchte mich hier mal kurz einmischen und sagen, dass es zumindest das englische Zeug auf der mehr als genialen Seite www.drivethrurpg.com zum legalen und bezahlten Download gibt. Die Preise für die alten White Wolf-Produkte sind meist bei 5-15 $ (!) angesiedelt, was nach Umrechnung in Euro nicht mehr wirklich viel ist...

...wer also wirklich was braucht und des Englischen mächtig ist (was man als Rollenspieler sowieso sein sollte...;-)) der kann sich das dort besorgen.

Lauriel

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #19 am: Dezember 04, 2006, 13:55:35 Nachmittag »
danke für den link - merken werd ich mir das auf jeden fall mal, aber ich würde es wohl hauptsächlich für sachen nutzen, die man sonst nicht mehr bekommt, weil ich ungern längere texte am pc lese, zumal wenn englisch.
ich mag mich gerade nicht so durch die seite wühlen, weißt du, wie die bezahlerei da funktioniert?
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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #20 am: Oktober 24, 2007, 10:54:03 Vormittag »
@Ruadriel: Da kann ich dir nur zustimmen.

Bin Apocalypse-Spieler und hab mich als meister bei Paria probiert. also, Größerer Müll is mir bis jetzt nicht untergekommen.

die ham einfach die GANZE Geschichte geändert.
Der Wyrm und die anderen sind rausgeflogen. Pentex? nich mehr exsistent. und die gaben sind ja voll für´n A***.
Die ham och die entschtehung vollkommen umgekrämpelt.

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #21 am: Oktober 24, 2007, 15:36:04 Nachmittag »
Naja.... eigentlich haben sie ja nix geändert. sondern einfach eine kommplett neue WoD aufgemacht.
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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #22 am: Oktober 25, 2007, 08:57:07 Vormittag »
Das is es ja was ich meine. Das ganze System wurde umgekrempelt
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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #23 am: Oktober 26, 2007, 17:25:36 Nachmittag »
Man sollte die alte und die neue WoD nicht vergleichen. Darauf waren sie nie ausgelegt. Sie haben klar gesagt, wer die alten lieber spielt soll sie spielen, aber sie werden sie nicht weiter rausbringen. Bei Spielen mit metaplot wie denen von White Wolf kann man ja auch ein Spiel nicht unendlich weit ausdehnen bevor alles sinnvolle rausgekommen ist. Ich wüsste nicht was für Bücher man bei Apocalypse zum Beispiel noch brauchen könnte.

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #24 am: Mai 17, 2008, 00:35:46 Vormittag »
Moin Leute,

also ich muss ja sagen, ihr habt echt viel zu dem Thema bereits an geistrichen Gedanken geschrieben, aber wirklich überzeugen tut mich das trotzallem nicht.

Ich kam zu Maskerade über die Vampire Live Projekte... es brauchte echt eine ganze Zeit bis ich das P&P für mich entdeckt hatte.

Aber warum muss White Wolf ein gutes System einstampfen?
Ich meine Respekt wegen der Konsequentz hin und her. Zum Beispiel, wenn Du einer Live Chronik für ein Jahr planst und der PLOT auf das Jahre ausgelegt ist, dann macht man als SL auch nicht einfach schluß weil das Jahr vorbei ist. Wenn die Spieler das Spiel mögen, dann bedient man den Spieler!
In vielen Vampire Live Chroniken wird Gehenna zum Beispiel als "Ausgefallen", oder "Falsch Gedeutet" interpretiert. Ein neu Anfang im alten System in der alten Welt, und dadurch steigt die Spiel- und Welttiefe der Sache. Wie bei DSA im Übergang von 3 zu 4. War ein toller PLOT und jeder Spieler hat "Heldentaten" zu berichten der die Dämonschlacht gespielt hat.

Das alte Vampire krankte mit der Zeit leider nur an einer Sache. Zuviele Gerüchte wurde zu Tatsachen. Wenn man die Bücher gelesen hatte, dann war es echt schwer sein OT Wissen über gewisse Zusammenhängen zu ignorieren und dadurch wurde vieles berechenbar und Fade.
Warum MUSS Kain der Vater aller Vampire sein? Warum wurde der Unterschied zwischen der Wahren Hand und der Schwarzen Hand so breit getretten, und wieso haben sie Enoch im Umbra durch den Geist einer Atombombe in die Luft gejagt?

Das ist der Vorteil von Requiem. Da weiss man so was alles nicht. Wer ist die Sieben? Von wem stammen die Vampire ab, etc.
Zudem hat Requiem eine geile Sache eingeführt. Ich baue mir einen Menschen und fange an zuspielen... ich finde den Horror, ich finde das Leben in jedem Schatten, ich Schaue hinter die Fassade der Normen einer menschlichen Gesellschaft und werde zu einem finsteren mystischen Wesen. Der Ansatz hatte mich damals sehr begeistert.
Ich bin kein Regel Fetischist! Ob das eine System besser ist oder nicht, Scheiß drauf! Wofür gibt es denn Hausregeln?

Was ich aber echt an Requiem nicht mag ist, dass man halt doch immer wieder an Maskerade denken muss.
Ich meine die Brujah heißen jetzt Bruja (kein Schreibfehler), die neuen sind eine Bikergang in Texas und eigentlich kann man diese Blutline nicht anderswo wirklich spielen, da sie auch Scheiße selten sind.
Mit den Deva und den Mekhat hat sich White Wolf doch etwas neues einfallen lassen, wieso nicht dann gleich alles ganz neu? Fehlte die Zeit?
Zudem fühlte man sich als Maskerade Spieler echt verarscht. Der Verlag sagt: "Hört zu Maskerade geht durch Gehenna zu Grunde"... soweit OK, aber dann war diese ganze Zeit der Abbrechnungsgeschichte doch eher echt lahm und hat mich voll enttäuscht. Ich meine Hallo Saulot ist in Tremers Körper und lenkt ihn??? Der Wheel of Time Plot von Kinder des Lotus erklärt nun, dass Saulot Ghenna katalysiert nur damit er in der nächsten Eben die Welt regiert und  mächtiger als Kain wird. Saulot ist der Erzeuger der Salubri und der Baali und all sowas... ich habe Saulot immer geliebt, bis sie ihn mir mit Ghenna kaput gemacht haben!

Also, ich finde der Verlag hätte Gehenna durch aus machen können. Gehenna hat die WoD sowieso total verändert (Wie das Jahr des Kometen SR geändert hatte). Und warum haben sie nicht einfach die SELBE Welt mit den SELBEN Regeln weiter geführt. Hätten die Änderungen ja nur übertragen müssen und schwupps hätte man ganz viel Wissen wieder in Gerüchte verwandelt. Vielleicht hätte Gehenna ja auch das Wesen des Vampirs an sich geändert, etc...

Zudem hat F&S echt versagt... die Bücher kamen alle zu kleckerweise. Die Reihenfolge wirkte echt beliebig und die Termine wurden immer wieder verschoben, alleine das hat den Vampire Spieler wieder zu Maskerade getrieben, da es dort alle Bücher schon gab, und hey ich spiele einen Vampir in der Gegenwart, der sich vor den Menschen verbirgt aber ihr Blut braucht und sie daher beeinflusst... die Idee war in der nWoD so neu wie in der WoD.

Aber trotzallem, einen ULTIMATIVEN Vorteil hat Requiem: KEINE TREMERE!!!
Heul Nicht... WÃœRFEL!!!

Pappa Bear

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Re: Ende der deutschprachigen WoD
« Antwort #25 am: Mai 21, 2008, 11:22:26 Vormittag »

Aber trotzallem, einen ULTIMATIVEN Vorteil hat Requiem: KEINE TREMERE!!!


Stimmt... die sind jetzt beim Mage untergebracht. Als Liche
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