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Autor Thema: oWoD/nWoD  (Gelesen 15181 mal)

Lord Schmodder

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oWoD/nWoD
« am: November 04, 2005, 10:13:24 Vormittag »
Tagchen!

Im Thread "Stammtisch" wurden ja ein paar Bezüge auf Vampire neu/alt gemacht, die ich dort nicht weiter vertiefen wollte.
Ich wäre jedoch daran interessiert, hier eine Diskussion loszutreten, die sich auf einen Vergleich der "old World of Darkness" und der "new World of Darkness" bezieht.

Das ist natürlich vor allem eine Geschmacksfrage, aber...

...ich spiele Vampire seit 1991, habe alle Auflagen durch und leite seit ca. einem dreiviertel Jahr eine Vampire Requiem-Runde.

Dazu will ich eins sagen:
1) Die neuen Regeln finde ich in vielen Fällen deutlich besser als die alten. Ich muß mich aber noch dran gewöhnen, dass die Charaktere keine Virtues mehr haben. Das fand ich zur Charakterbildung einfacher - man konnte den Charakterblättern ansehen, wie die Chars drauf waren.

2) Das neue Setting kann so einiges, und ist für die Charaktere besser - es fehlen diese übermächtigen NSC-Charaktere (Karsh, Montano, Gustav Breidenstein, usw.), und ist deutlich flexibler. Vor allen Dingen fehlt der allmächtige Metaplot (gut, man braucht sich davon nicht beeindrucken zu lassen, aber viele STs bauen den doch ein - nicht unbedingt immer zu ihrem Vorteil).

3) Ich vermisse die alten Clans, nicht jedoch das Camarilla/Sabbat-System, und nicht die Ravnos.

4) Das Ding mit den Bloodlines... nervt. Zu viele, zu schlecht.

Und jetzt warte ich mal ein paar Antworten ab.

gemüse-ghoul

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #1 am: November 04, 2005, 10:19:44 Vormittag »
Mein Senf:

nWoD noch nicht gespielt, aber Kritikpunkte an der Revised oWoD:
- Zu viel Blutlinien und Sonderclans mit "coolen" Sonderfähigkeiten, dass niemand mehr Camarilla spielen wollte.
- Humanity wollte auch keiner mehr. Also auch keine tragischen Elemente mehr.
- Zu viele Metaplot- und Hintergrundbände, die keiner brauchte. Nur Abzocke.
- keine sinnvollen Abenteuer mehr wie die Chicago Chronicles damals, besonders sowas wie "Ashes to Ashes"
- kein Einsatz der innovativen "Advanced Storytelling techniques" mehr wie Live-Einlagen, Parallelhandlung, Flashback etc.
Wer schon länbger dabei war, konnte das natürlich machen, aber wer mit Revised einstieg hatte verloren.

Außerdem nett an der 2nd (oWoD):
- Bilder mit 80er-Flair (Lederjacken, Sonnenbrillen, Frisuren)
- Lauter Zitate von irgendwelchen New-Wave-Bands
So kam die Stimmung des Gothic-Punk-Settings wirklich gut rüber. War damals eine unbekannte Welt für mich.
« Letzte Änderung: November 04, 2005, 10:30:04 Vormittag von gemüse-ghoul »
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Lord Schmodder

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #2 am: November 04, 2005, 10:54:54 Vormittag »
Ich muß dazu sagen, dass ich immer ein Problem damit habe, die Sichtweise des Neueinsteigers in die Rev Ed anzunehmen.

Aber:

Die Blutlinien gab's alle schon in der 2nd Ed., die "coolen" Sonderfähigkeiten sind in der Rev Ed alle entschärft worden.
Was das mit der Humanity und den Paths angeht, gebe ich Dir Recht. Ich habe die nur nie zugelassen... hähähä. Aber dafür bin ich halt (wie Du auch schon sagst) seit der First Edition dabei, und lege halt Wert auf die tragischen Elemente.

Was die "Advanced Techniques" angeht, habe ich das selbst als ST nie gemacht - war mir immer zu aufwendig... ich fand's aber immer sehr gut, dass White Wolf früh damit angefangen hatte, sowas direkt vorzuschlagen, und auch relativ gute Anleitungen dazu gegeben hat.

Und natürlich - Hurra! - 2nd oWoD - Gothic Punk yeah!
Ist mir irgendwie nie aufgefallen, dass das in der Rev Ed verschwunden ist?
Mir ist aber mal aufgefallen, dass ich sowieso nur die Hälfte des Zeugs richtig gelesen habe... den Rest glaubte ich zu kennen, aber dem war nicht immer so...

gemüse-ghoul

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #3 am: November 04, 2005, 11:06:39 Vormittag »
Blutlinien: Im Basisbuch 2nd waren nur die Camarilla-Clans detailliert. Somit war auch der Fokus klar. Für den Rest brauchte man Zusatzbücher, das war dann automatisch SL-Material...

Gothic-Punk: ist mit der Revised nicht verschwunden, aber die Aufmachung war halt sehr anders.
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Lord Schmodder

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #4 am: November 04, 2005, 11:20:52 Vormittag »
Da hast Du völlig Recht.

Siehst Du, das habe ich schon wieder völlig verdrängt.

Aber mal ehrlich, wer will schon Sabbat spielen? Das sind doch ganz arme Würstchen...

Lastalda

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #5 am: April 10, 2006, 16:05:11 Nachmittag »
Ich kenne da so Leute, die behaupten genau das von der Camarilla, warum auch immer...

Ih komm mit dem alten System (ich glaube, was wir dahaben, ist Maskerade, 3. Auflage) gut klar. In das neue würde ich gern mal reinlesen, mag es aber nicht kaufen. Und diese ganzen Bloodliones-Bücher, die ich z.B. im HoF gesehen habe, sind mir völlig suspekt... wo sind denn die guten alten Clanbooks geblieben?
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Lord Schmodder

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #6 am: April 10, 2006, 17:28:16 Nachmittag »
Ja, die Sabbat-Fans denken immer, nur weil sie zuerst zuschlagen, sind sie die besseren Vampire...ich denke nicht, Tim.
(Außerdem: Wenn der Sabbat das Schwert Caines ist, wer ist dann die Gabel Abels? ;-)

Aber zurück zum Ausgang:
Es gibt eigentlich nur zwei Bloodlines-Bücher, denen ich auch sehr ambivalent gegenüberstehe.
IMO bringen's die nicht, und zwar weil zu viele Bloodlines mit zu vielen sehr, sehr komischen Spezialdiziplinen auftauchen, die niemand braucht.
Da aber die nWoD sehr modular aufgebaut ist, sprich: Nimm, was Du willst und vergiß den Rest - ist das alles kein Problem.
Die Spielerchen müssen dann halt damit leben, wenn der SL gewissen gurkige Blutlinien nicht zuläßt, weil sie stinken.

Die guten alten Clanbooks sind (fast alle) erst mit der Revised Edition gut geworden, d. h. mit sinnvollem Inhalt gefüllt. Die ersten beiden Auflagen taugen nicht in die Pferdewurst, aber das Artwork war cooler.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Umstellung von oWoD auf nWoD vier wesentliche Dinge enthält:
1) Wegfall eines Meta-Plots (damals ein Novum, später nur noch eine Schlinge)
2) Durch Erweiterung der politischen Fraktionen um drei (oder vier) ist dieses Sabbat-/Camarilla-Gewaffel verschwunden, und das Spiel erhält mehr politische Würze
3) Die Clans sind gewissermaßen eingedampft worden, so dass die Essenz stärker hervortritt. Bei einigen hat sich nichts verändert, bei einigen etwas, andere sind neu und wieder andere sind verschwunden. Das ist schade, aber man kann seine Lieblingsclans/Blutlinien in Form von Blutlinien ja wiederbeleben.
4) Es gibt keine absoluten Übervampire mehr, da ein Vampir gezwungen ist, sich ab Erreichen einer bestimmten Machtstufe (der Blood Potency oder Potestas im Deutschen) in Torpor zu legen, weil er sonst nur noch Vampirblut trinken kann und damit gefährlich nahe der Verletzung einer der drei Traditionen ist: Der Diablerie. Im Torpor sinkt die Blood Potency, und der Vampir verliert seine Über-Kräfte, die er sich dann neu kaufen muß. Überdies verwirrt der Torpor mit Alpträumen über die lange Zeit die Erinnerungen des Vampirs, so dass niemand mehr sagen kann, wer der erste Vampir war - aber dazu haben Dracula und Longinus einiges zu sagen...

Sir_Baer

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #7 am: Mai 17, 2006, 10:14:52 Vormittag »
Nachdem ich die nWoD jetzt eine weile ausprobiert habe, gefällt mir das neue Konzept deutlich besser als das Alte.
Pro:
# Es ist vor allem für Ein-/Umsteiger noch viel übersichtlicher
# Ein einfaches fast intuitives Kampfsystem
# Vampire erkennen sich untereinander als übernatürliche Wesen (Damit braucht nicht mehr jeder Auspex um festzustellen wann er auf die Maskerade verzichten kann)
# Wesentlich mehr Möglichkeiten die sich für die Charas durch die verschiedenen Bünde
Contra:
# Die mir bekannten Blutlinien sind für mich sehr Fragwürdig
# Die Umsetzung & Informationspolitik durch F&S ist mehr als mangelhaft (Hauptfrage: Wird es nWoD weiter auf Deutsch geben?)

Zudem habe ich auch schon eine gute Umsetzung der Regeln ins LARP gefunden. Und dort wird das neue Requiem meiner Meiung am meisten verändern und verbesser. Da hier die Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Spielern deutlich erweitert wird da keine Weltumspannende Dachorganisation in alles Hineinregiert.
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Lord Schmodder

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #8 am: Mai 17, 2006, 16:26:22 Nachmittag »
Da muß ich Dir (vielleicht) widersprechen - soweit ich weiß, ist die Camarilla auf die nWoD geändert worden. Aber es kann auch gut sein, dass ich die Artikel auf der WW-Homepage nur hätte ordentlich lesen müssen. Du als aktiver LARPer weißt da wahrscheinlich mehr.

Ferun

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #9 am: Juli 16, 2006, 22:16:33 Nachmittag »
Welche der beiden Versionen würdet ihr einem komplett einsteiger von Wod den raten?
Was ist besser zu spielen und bringt mehr action. Welches der beiden hebt dem stiel der Vampiere besser hervor?
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Lord Schmodder

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #10 am: Juli 16, 2006, 22:58:40 Nachmittag »
Tja...schwierig...

Ich spiele das alte System seit es 1991 herausgekommen ist, und da hat man natürlich so einiges lieb gewonnen, was im Neuen anders ist. Damit meine ich jetzt keine Regelsysteme, sondern Hintergründe.

Ich muß allerdings sagen, dass ich im Neuen viele Dinge sehr, sehr gut finde. Die Clans (jetzt nur noch fünf statt 13) sind sehr auf's Wesentliche reduziert worden, und somit deutlich runder geworden. Es gibt nicht mehr den Dauerkonflikt Camarilla/Sabbat, sondern jetzt fünf (wenn man die Unaligned mitzählt, sechs) politische Bünde, die mal mehr, mal weniger in Konflikt stehen, und die den Hauptaufhänger des Vampirs darstellen, nicht mehr die Clanszugehörigkeit. Macht ja auch Sinn, da man in eine Familie geboren wird, aber sich seine Freunde selbst aussucht...

Das Vampire Requiem ist auch deutlich modularer aufgebaut, so dass ein neuer Spieler/Spielleiter sich alle möglichen Elemente herauspicken kann, aber nicht muß. Im alten Masquerade tobte ja immer der Metaplot im Hintergrund, was für den SL zwar manches einfacher machte, aber eben auch nicht immer.

Ich würde Dir also aus der Sicht des Neueinsteigers empfehlen, Dir die nWoD zu kaufen. Du brauchst zum Vampire spielen zwei Bücher:
Das neue World Of Darkness Rulebook und das Vampire Requiem-Buch. Beide gibt es auf Deutsch zu kaufen, und es gibt auch schon einige Quellenbücher, die übersetzt sind. Ich habe aber gehört, dass es für die weiteren Übersetzungen vielleicht Probleme geben könnte, so dass der Nachschub vielleicht nicht ganz unholprig sein könnte.

Ferun

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #11 am: Juli 19, 2006, 15:00:23 Nachmittag »
Bei Amazone gibt es was das heißt Grundregelbuch Word of Darkness aber jetzt weiß ich nicht ob das das neue oder das alte ist? Steht bei dem neuen wirklich NEW wod? Da gibt es dann das requiem gleich mit dazu für ich glaub 67 Euro. ist das günstig?
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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #12 am: Juli 19, 2006, 17:13:09 Nachmittag »
Amazon sagt mir 65,90 für beides zusammen (guckst Du hier =>nach unten scrollen). Ob das günstig ist, weiß ich nicht. Aber da dürfte Buchpreisbindung drauf sein, von daher gibt's billiger vermutlich nur gebraucht. (Schweinerei - auf englisch kostet das 13 € weniger!)

Ich persönlich hab das neue System noch nicht gespielt und irgendwie auch keine rechte Neigung dazu, zumal das für nen Einstieg ja doch ne recht ordentliche Summe ist. (Und die Massen an Blutlinien-Büchern, die ich im HoF gesehen habe, fand ich sehr abschreckend...)
Ich mag das alte System sehr, und halte es durchaus für Einstiegs-geeignet. (Den Metaplot z.B. kann man als Gruppe ja auch problemlos ignorieren, wenn man keinen Spaß dran hat.) Man hat bei dem nur halt das Problem, dass man die Bücher nicht mehr im regulären Handel kriegt und Nachschub sowieso nicht mehr kommt (aber alles außer dem Grundregelwerk ist ja bekanntlich fakultativ).
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Lord Schmodder

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #13 am: Juli 19, 2006, 17:27:01 Nachmittag »
Jo...die Preise sind natürlich steif...

Es gibt auch keinen echten Grund, das neue System dem alten vorzuziehen, außer, man ist neugierig (so, wie ich es war).
Für Neueinsteiger gibt es aber auch keinen echten Grund, das alte System zu spielen, weil man nicht mehr so einfach an das Zeug herankommt. Wir haben vor einem halben Jahr probiert, das Grundbuch für Dark Ages: Vampire zu bekommen, und da war nichts zu machen - zumindest für die deutsche Version.

Lastalda

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Re: oWoD/nWoD
« Antwort #14 am: Juli 19, 2006, 17:49:57 Nachmittag »
Ist es bei nicht mehr offiziell aufgelegten Büchern eigentlich verboten, Kopien weiterzugeben (unentgeltlich, versteht sich - mit anderer Leute Sachen Geld machen ist böse)? Man schädigt ja den Copyrightinhaber nicht.
Nur so aus Interesse.
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