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Charakterentwicklung

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Jörg:
Hallo alle zusammen,

ich möchte für die Entwicklung meines Charakters eure Hilfe in Anspruch nehmen. Ich würde diesen Thread daher gerne als Ausgangspunkt nutzen, um mich in den nächsten Monaten auszurüsten, mir einen schönen Hintergrund auszudenken und dann zu schauen, wie ich mich am besten einfügen kann. Wenn dieses Vorgehen etwas zu ungewöhnlich ist, dann den Thread einfach löschen.

Kurz zu meinem Char:

Er heißt Jorge und stammt aus den Nordlanden. Leider habe ich schon wieder den Namen des Landes im Kontext des Tag der Schwalbe vergessen. Irgendwas mit Noralek? Rein historisch wäre er aber aus den ehemals slawischen Gebieten der Länder, die heute als Deutschland bekannt sind. Zwar befinden wir uns bereits im 13. Jh. und damit liegt die Christianisierung dieser Landstriche bereits über 100 Jahre zurück. Aber alte Bräuche verschwinden ja nicht so schnell, weshalb ich eher zum Glauben an Perun/Svantovit (ähnlich Thor) tendiere. Ich stamme aus einem Sippenverband und reise momentan durch die Lande, um mehr von der Welt zu sehen. Bei dieser Gelegenheit bin ich dann auch auf Lothaire gestossen und hab mich ihm angeschlossen.

Zu meinen Ausrüstungsplänen:

Ich würde gerne erstmal einen alltagstauglichen Satz an Klamotten zusammenstellen. Da ich einen Spagat zwischen der typischen Kleidung zweier Kulturen versuche, könnte es hier etwas haarig werden. Momentan tendiere ich eher Richtung slawischer Kleidung, da ich glaube, dass sie einfach besser meinen Hintergrund verdeutlicht und sich dann keiner fragt, warum ist der so komisch, der sieht doch eigentlich ganz normal aus.

0. Wappenrock

1. Schritt wäre eine einfache Tunika:

Würde mich hieran orientieren: http://www.wikingerkleidung.de/haithabu/tunika.html. Als Material würde ich Leinen wählen. Entweder in grau-grün oder in bordeaux. Gibts bei Amazon. Nähen versuch ich dann mal selbst.

2. Schritt wäre eine Pluderhose:

Schnitt findet sich auf der gleichen Seite unter Rushose. Material bin ich mir noch nicht so sicher, sollte auf jeden Fall stabil sein. Farbe wahrscheinlich ein dunkles braun.

3. Gürtel

Da würde ich mich an Silvio wenden.

4. Stiefel

Fallen etwas aus dem Rahmen, aber haben mir einfach auf Anhieb gefallen. http://gdfb.com/haendlerstiefel-groesse-47-p-701.html

5. Über eine Kopfbedeckung mach ich mir noch Gedanken.

Soweit erstmal die Planung. Bevors jetzt aber in die Hose geht. Stelle ich mich und mein Konzept den Profis und hoffe, auf Vorschläge und Kritik.

Jörg

Captain:
Öhm, das ist ein ziemliches Durcheinander. Ich würde empfehlen, dich meh auf eine einzelne definierte Schiene einzulassen und da möglichst straff drauf zu bleiben. Also entweder auf der typisch mitteleuropäisch hochmittelalterlichen Sackmode (zu der kann ich dir viele Details geben), oder eben der slawische (vielleicht kann Freyja dir da weiterhelfen?) Stil. Der Mix erzeugt nämlich genau dieses "warum ist der so komisch" Gefühl, ergo solltest du da eher sehr sparsam und genau definiert mit Kreuzungen rangehen.


--- Zitat von: Jörg ---Zwar befinden wir uns bereits im 13. Jh. und damit liegt die Christianisierung dieser Landstriche bereits über 100 Jahre zurück. Aber alte Bräuche verschwinden ja nicht so schnell, weshalb ich eher zum Glauben an Perun/Svantovit (ähnlich Thor) tendiere.
--- Ende Zitat ---
Eher schlechte Idee. Christianisierung bedeutet, daß dort der Glaube eben doch sehr fundamental verändert wurde. Passender wäre eher, christianisiert zu sein und innerhalb dessen Stilelemente der alten Kultur zu ergänzen. In Irland findet man z.B. christliche Kreuze, die mit keltischen Knotenmustern verziert sind.
Im Larp allerdings ist mir recht egal, welche Religion du bespielen willst. Dort empfehle ich explizit, NICHT Christen zu spielen.

Versuche bitte, die Farben blau und grün in der Klamotte zu verarbeiten. Und halte den Einfluß anderer Farben so niedrig wie geht. Einzelne Kleidungsstücke in braun oder grau (insbesondere bei inneren Kleidungsschichten) oder weiß als Kontrastfarbe sind kein Ding. Aber sonst ist alles was da abweicht (bordeaux-rot) ein Störelement, insbesondere wenns plakativ getragen wird. Versuchen kannst du da sicher Dinge. Aber wie bei allen Abweichungen wird das eben Fingerspitzengefühl benötigen.

Eine Variante wäre vielleicht, wenn du sehr massiv auf slawische Klamotten gehst, aber streng im Farschema bleibst. Das bringt Stillinie auf der einen mit Gruppenidentifikation auf der anderen Seite zusammen.
Oder du behälts die Kultur nur im Hintergrund (Herkunft) so wie ich und gibst sie nur über wenige Ausrüstungsstücke (z.B. Schmuck) preis. Als Begründung könnte dafür herhalten, daß Lothaire dich eingekleidet hat. Schau dir auch ruhig Bilder an, um dich für eine Stillinie zu inspirieren. In jedem Fall solltest du dich mit Ausrüstungsbeschaffung zurückhalten, bis du deinen Stil in etwa hast. Die Gefahr sich zu verzetteln und unnötiges Geld auszugeben ist sonst hoch.

Finya:
Das Land das du meinst, heißt übrigens (also jetzt für den LARP-Hintergrund) Norolk.

Jörg:
@ Finya:

Danke. Wenn ich es geschrieben sehe, dann kann ich es mir auch merken.

@ Captain:

Ich teile deine Bedenken. Die Idee mit den Farben ist mir gestern auch noch gekommen. Wäre schön, wenn du mir ungefähr sagen könntest, welche Töne du verwendest. Da ich nicht selber färben kann, würde ich versuchen, möglichst ähnliche Farben zu finden. Momentan spiele ich mit dem Gedanken einer grünen Tunika und dazu eine blaue Hose. Ich hoffe, dass wird nicht zu bunt.

Verbindung von Stilelementen ist eine gute Idee. Es gibt sogenannte Axtkreuze. Christianisierung sollte allerdings differenziert betrachtet werden. Ich werde mich da noch mal belesen. Nur weil allerdings der Adel das Christentum anerkennt und die Kultstätten abgerissen werden, gehe ich nicht davon aus, dass alle gleich Christen sind. Bei den Alemannen zum Beispiel hat das knapp 200 Jahre gedauert. Aber momentan hat diese Überlegung für mich keine Priorität.

Captain:
"same procedure as every year..." :D
Vergiss das mit den genauen Farbtönen. Zum einen könnte ich dir die eh nicht benennen, zum anderen ist es überhaupt nicht wichtig, ja sogar verfehlt. Uniformierung ist eine relativ moderne Angelegenheit. Wenn du mal hier schaust, wirst du bemerken, daß da keiner wie der andere gekleidet ist und überall ein bisschen anders die Farben verarbeitet wurden. Und das ist gut und richtig so. Selbst die verschiedenen Wappenröcke sind unterschiedlich in Stoffqualität und Farbton.
Also such dir getrost deine eigenen Stoffe nach gutdünken aussuchen. Bedenke bei der Auswahl einfach, daß eine Färbung umso "teurer" ist, je kräftiger und leuchtender die Farben sind. Also sind für einfachere Leute (bis auf besondere Einzelteile, eben die "guten Stücke") eher blassere und gedecktere Farbnuancen passend.

Bevor du aber Stoff kaufst: projektiere dein geplantes Gewandungsteil: Mach nen Plan (damit du auch keinen Bestandteil vergisst - ist hab schonmal nen Ärmel zu wenig eingeplant), miss die kritischen Maße ab (und rechne Nahtzugabe und "Schrumpfung" vom Waschen mit ein) und dann erst kaufen. Obendrein läuft jeder Stoff beim ersten Waschen ein gutes stück ein (können schonmal so 10% werden, steht am Stoff aber meist dran). Also NIEMALS vergessen, vor dem Zuschneiden und nähen den gekauften Stoff erstmal zu waschen.
Bei Stangenware ist das freilich alles einfacher. Aber da sind in den Teilen die Möglichkeiten auch ziemlich begrenzt.

B.T.W. Ich finde das hier ziemlich gut. Du bringst (was völlig normal ist) jede Menge typischer Anfängerfallen zur Sprache. Die meisten davon hab ich schon oft beantwortet. Daß das jetzt mal hier offen und nachlesbar passiert, könnte für die Zukunft anderen Leute behilflich sein, die dann einfach hier lesen oder hierhin verwiesen werden können.

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