Autor Thema: Ziele und Einsatzorte  (Gelesen 25790 mal)

Captain

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #30 am: August 07, 2012, 10:43:37 Vormittag »
Zitat von: Jörg
1. Wenn ihr hier von einer Unterscheidung zwischen Larp und Living History(?) sprecht, wie sieht diese denn im Detail aus? Ich beziehe dies auf die Ausrichtung der Gruppe, ihre Ziele und Zusammensetzung.
Ich habe das irrsinnige Bestreben, die Unterschiede möglichst zu nivellieren. Für mich sind eine historisch orientierte Darstellung und Ausgestaltung der Ausrüstung mit rollenspielerischem Innenleben und sozialem Gefüge unserer Figuren, miteinander vereinbar.
Den Unterschied den man ziehen muß ist der Hintergrund. Im Larp ist da Fantasy Kram drin, im historischen nichts als das Geschichtsbuch. Am deutlichsten für meinen Ritter Lothaire ist das an der Religion zu sehen: Im Larp betet er zur Herrin vom See (Ganz im Arthurischen Hintergrund) wärend der historisch angelehtne Lothaire natürlich Christ ist. Darüber hinaus ändert sich verdammt wenig.

Zitat von: Jörg
4. Wenn ich Lothaires Geschichte richtig nachvollzogen habe, ist doch ein 08/15 Gefolge für ihn sowieso eher unpassend. Schließlich ist er von zuhause verstoßen und reist durch die Welt. Ich gehe mal davon aus, dass man ihn nicht zuhause rausgeworfen hat, aber so nett war ihm ein paar Diener mitzugeben.
Du irrst. Lothaire ist im Exil. Rausgeschmissen triffts zwar nicht ganz, aber friedlich von dannen gezogen und ne Reihe Personal mitgenommen kommt ganz sicher nicht hin.


Zitat von: Finya
Dann kommt noch hinzu, dass Captain und ich vermutlich wirklich unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie die Gruppe aussehen sollte, was vermutlich auch daran liegt, dass ich mich "nur" für den Reenactmentanteil interessiere und er sich halt auch noch für den LARP-Anteil. Wir sollten, dass vllt. mal ausdisskutieren.
Oh ja, ich bitte sehr darum. Dafür hatte ich ursprünglich das Thema über die "Ziele" aufgestellt. Ich kann diese Meinungsäußerungen wirklich sehr gebrauchen um eure Befindlichkeiten einschätzen zu können.

Zitat von: Finya
Jetzt komme ich zu meinem eigentlichen Problem  ;) Schon mal aufgefallen, dass alle Frauen in der Konstellation Dienstmägde gespielt haben? Nein? Denkt mal drüber nach.  ::)
Ist DIR schonmal aufgefallen, daß ich nur versuche, eure Wünsche so gut es geht umzusetzen? Du selber hattest schlicht keine Lust darauf, deine Edeldame zu spielen. Du wolltest dich lieber als Magda ums Feuer kümmern. (Zumindest ist das bis jetzt mein Eindruck gewesen) Ich habe dafür volles Verständnis. Ich habe dich davon nicht abgehalten, weil ich letztlich euren Willen irgendwie akzeptieren muß, wenn ich euch nicht verlieren will (Und ich weiß, daß ich das nur begrenzt kann). Elysa hat sich ums Essen gekümmert, weil sie das absolut von sich aus im Vorfeld angeboten hat. So ein Angebot ist zum Nutzen Aller in der Gruppe, und ich wäre dumm, würde ich es nicht annehmen. Ciana schließlich ist einfach nicht die Person für gehobene Rollen. Die liegen ihr nicht (und ja wir haben sehr viel darüber gesprochen). Ich hab manchmal das Gefühl, daß selbst die Haushälterin schon mehr an Verantwortung ist, als sie eigentlich ausfüllen möchte.
Klar hätte ich euch alle drei auch gerne im Gefecht an meiner Seite. Aber du selbst bist zu solchen Gelegenheiten immer wo anders, Ciana WILL das gar nicht und Elysa hat bisher noch keine Gelegenheit gehabt (aber da glaube ich, ist ihr das Training interessant, das Schlachtfeld aber weniger).
Ergo: ich erfülle Wünsche so gut ich kann. Ich kann nur das umsetzen, was ihr bereit seid zu tragen. Und ich kann nicht erfüllen, was keiner sagt. Und nun kommt so eine unterschwellige Sexismus Nummer daher? Das stimmt mich traurig.

Übrigens: zum Frontsac hatte ich eine Dame vor der Nase. Eine Baroness ist mir als einfacher Ritter definitiv übergeordnet. Und ich habe das sehr genossen.

Zitat von: Finya
Und soweit mir bekannt ist, hat er einen neuen Gönner/Gönnerin gefunden (je nach Gruppenvariante). kann sich also durchaus auch Personal leisten.
In gewissem Maße, ja. Gründe dafür, reine Bedienstete zu akzeptieren bietet die Rolle absolut. Aber die Leute hinter der Rolle muß ich auch dazu bekommen können. DA hab ich so meine Schwierigkeiten.

Zitat von: Finya
Klar braucht ein Ritter Männer unter Waffen. Aber er zieht nicht in den Krieg...
Oh doch. Ich ziehe oft in Gefechte. Und zwar typischerweise in relativ harte und fordernde (ich sag immer: mein Platz ist dort, wo es am heißesten brennt).
Um genau zu sein: von allen Leuten die ich kenne, die ein ähnliches (und damit meine ich ähnlich im allerweitesten Sinne) Rollenprofil haben, messe ich diesem Thema mit Abstand die höchste Bedeutung zu. Dies äußert sich auch darin, daß ich verdammt nochmal 2 Mal die Woche dafür trainiere, um letztlich fit zu sein, wenns nötig wird.
Nur eben diese eine Veranstaltung, die du selbst am höchsten bewertest, ist genau die, bei der es von vorneherein ausgeschlossen ist, daß es dort Schlachten gibt. Bei der anderen Elsterberg Veranststaltung ist das schon anders und auf Larps auch.

Zitat von: Finya
...also kann und sollte er auch Leute dabei haben, die sich darauf verstehen zu kochen und ihm das Leben so bequem wie möglich zu machen. Auch wenn er es nicht mag, muss er trotzdem seinen Stand vertreten und der hat nunmal gewisse Ansprüche.
Ja richtig. Das muß ich. Hier muß ich aber durchaus noch so einiges dazulernen. Und mir fällt es unheimlich schwer, die Finger still zu halten, wenn ich nicht sicher bin, daß das für euch in Ordnung ist. Ich denke nämlich, daß es für einen Anführer wichtig ist, daß er sich darum sorgt, daß es seinen Leuten auch gut geht. Und wenn dann nix gesagt wird aber so viel später kommt dann zwischen den Zeilen doch rüber, daß sich jemand überarbeitet gefühlt hat, dann macht es das nicht gerade leichter. Deshalb ist es mir lieber, ihr meldet euch gleich, damit ich versuchen kann entgegenzusteuern, bevor die Sache zum tatsächlichen Problem wird.

Zitat von: Finya
Was aber würdest du sagen, wenn sich alle die im Moment Bedienstete spielen, sagen würden: "Hey also eigentlich kann ich auch mit nem Schwert umgehen. Und das mit dem Kochen finde ich im allgemeinen ziemlich doof. Ist verflucht anstrengend. Kommt wir machen alle Waffenknechte und ernähren uns von Dürüm. Oder fahren nur noch auf vollverpflegungscons." Mal ehrlich das wäre auch ziemlich dämlich. (Und ist auch ziemlich überspitzt geschrieben) Und ja alle von uns wissen bzw. wussten wie mit einem Schwert umgeht. Dadurch sind wir doch fast alle zu Ludi Historici gekommen.
Das ist sehr auf entweder-oder getrimmt. Besonders Vidon hat sehr deutlich bewiesen, daß sich eine Rolle als Bewaffneter mit einer als Knecht gewiss nicht ausschließt. Zu Ostern hat er den größten Teil unseres Feuerholzes geschlagen. Und auf dem Frontsac hat er tagsüber an meiner Seite gekämpft und ist außerhalb der Kämpfe auf meine Bitte hin der Baroness zur Hand gegangen (beinahe wie ein Leibdiener).
Wenn wir in Schlachten stecken, werden reine Bedienstete immer irgendwie daneben stehen bleiben, ohne den Spaß mitzumachen. Abseits davon (keine Veranstaltung, und sei sie noch so kampflastig, besteht aus pausenlos rund um die Uhr Gefecht) ist ein Bewaffneter überflüssig. Rollen die beides machen, je nach Situation, erscheinen mir also recht sinnvoll. Was also sind deine Bedenken dabei?

Zitat von: Finya
Ich persönlich halte viel mehr von der Idee genau festzulegen, wer wann was zu machen hat. Das was du gerne hättest ist ein Idealzustand.
Na klar. An irgendwas muß man sich doch orientieren. Daß davon alle Nase lang abgewichen wird ist für mich dabei aber völlig normal. Aber ohne so ein Ideal als Leitlinie, findet keine Koordinierung statt und wir sind ein Haufen Individuen, aber keine Gruppe. Dein Ansatz mit dem Dienstplan ist nichts anderes, nur das dies mMn sehr viel strenger daherkommt.

Zitat von: Finya
In jedem Fall hätte ich auf dem nächsten Oster-Elsterberg gerne einen Arbeitsplan. Sodass gewährleistet ist, dass jeder an dem Wochenende gleichviel leistet. dann kann meinetwegen auch fast alle Männer unter Waffen sein...
Dann mach. Wenn dir das am Herzen liegt, stell was zusammen (wenns soweit ist) und dann reden wir mal alle miteinander darüber. Denk aber bitte daran, daß nicht nur Essen machen Dienste sind.
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Finya

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #31 am: August 07, 2012, 17:37:06 Nachmittag »
Uff, dass wird jetzt wahrscheinlich viel.

Oh ja, ich bitte sehr darum. Dafür hatte ich ursprünglich das Thema über die "Ziele" aufgestellt. Ich kann diese Meinungsäußerungen wirklich sehr gebrauchen um eure Befindlichkeiten einschätzen zu können.
Tatsächlich würde ich das lieber von Auge zu auge mal bequatschen, da ist die wahrscheinlichkeit sich falsch zu verstehen erheblich geringer.

Du selber hattest schlicht keine Lust darauf, deine Edeldame zu spielen. Du wolltest dich lieber als Magda ums Feuer kümmern. (Zumindest ist das bis jetzt mein Eindruck gewesen)
Jaein. Ich hatte vor allem keine Lust, dabei zuzusehen, wie Elysa und Cynric sich totarbeiten. Und meine mangelnde Lust die Edeldame zu spielen, lag zum Teil auch daran, dass mir Personal für mich selber mangelte. Ich brauche Bedienstete um mich darzustellen. Weniger Waffenmänner sondern wirklich Leute die mich bedienen bzw. unterhalten oder mich zum Sticken animieren...

Und nun kommt so eine unterschwellige Sexismus Nummer daher? Das stimmt mich traurig.
Oh bitte. Es war eine Feststellung. Klar ist mir bewusst, dass wir das freiwillig gemacht haben. Trotzdem wirkt es komisch, dass sich Frauen eher dazu bereit erklären als Männer. Und das ist nicht sexistisch gemeint, auch wenns so klingt...

In gewissem Maße, ja. Gründe dafür, reine Bedienstete zu akzeptieren bietet die Rolle absolut. Aber die Leute hinter der Rolle muß ich auch dazu bekommen können. DA hab ich so meine Schwierigkeiten.
Und genau aus diesem Grund, habe ich gefragt, ob sie nicht auch ein anderes Rollenkonzept ins Auge fassen wollen. Was sie am Ende spielen ist, immer Ihnen selbst überlassen. Es aber, wie in deinem Falle, zumindest soweit ich es überblicken konnte, überhaupt nicht zu erwähnen, ist dann aber auch nicht förderlich...

Nur eben diese eine Veranstaltung, die du selbst am höchsten bewertest, ist genau die, bei der es von vorneherein ausgeschlossen ist, daß es dort Schlachten gibt. Bei der anderen Elsterberg Veranststaltung ist das schon anders und auf Larps auch.
Wo wir wieder beim unterschiedlichen Verständnis wären. Auf LARP sollte der Anteil der Bewaffneten höher sein. Das sehe ich ach vollständig ein. Aber auf dem Markt ist es nicht notwendig, bzw. fand ich es immer schön, dass wir im Gegensatz zu den meisten Reenactmentgruppen nicht nur aus "Rittern" bestanden.

Deshalb ist es mir lieber, ihr meldet euch gleich, damit ich versuchen kann entgegenzusteuern, bevor die Sache zum tatsächlichen Problem wird.
Gut ich habe es ja jetzt angesprochen.

Das ist sehr auf entweder-oder getrimmt.
Ich habe selber geschrieben, dass es etwas überspitzt geschrieben ist.

Besonders Vidon hat sehr deutlich bewiesen, daß sich eine Rolle als Bewaffneter mit einer als Knecht gewiss nicht ausschließt. Zu Ostern hat er den größten Teil unseres Feuerholzes geschlagen.
Das ist mir auch löblich aufgefallen. Ich hatte aber den Eindruck, dass er der einzige war, der es so gut (Betonung liegt auf gut!) ausgeglichen bekommen hat.

Und auf dem Frontsac hat er tagsüber an meiner Seite gekämpft und ist außerhalb der Kämpfe auf meine Bitte hin der Baroness zur Hand gegangen (beinahe wie ein Leibdiener).
Zum Frontsac kann ich nichts sagen. Und das weißt du auch.

Wenn wir in Schlachten stecken, werden reine Bedienstete immer irgendwie daneben stehen bleiben, ohne den Spaß mitzumachen. Abseits davon (keine Veranstaltung, und sei sie noch so kampflastig, besteht aus pausenlos rund um die Uhr Gefecht) ist ein Bewaffneter überflüssig. Rollen die beides machen, je nach Situation, erscheinen mir also recht sinnvoll. Was also sind deine Bedenken dabei?
Das erscheint mir aber ein typisches LARP-Problem zu sein. Und meine Bedenken? Vidon ist der einzige im Reeancatmentanteil, der das wirklich umsetzt. Beim Rest ist es mir zumindest nicht aufgefallen. Man darf mich korrigieren...

Dein Ansatz mit dem Dienstplan ist nichts anderes, nur das dies mMn sehr viel strenger daherkommt.
Strenger ja. Und ich glaube auch, dass es eher funktioniert...

Dann mach. Wenn dir das am Herzen liegt, stell was zusammen (wenns soweit ist) und dann reden wir mal alle miteinander darüber. Denk aber bitte daran, daß nicht nur Essen machen Dienste sind.
Okay, dann mache ich das. Und ja ich bin mir vollauf bewusst, dass kochen alleine keine Arbeit ist. Da kommt noch Feuer instandhalten, Feuerholz hacken/holen, Wasser holen, Abwasch etc. hinzu...
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Jörg

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #32 am: August 07, 2012, 18:11:16 Nachmittag »
Okay, jetzt krieg ich langsam einen ersten Durchblick und möchte auch mit offenen Karten spielen und meine eigenen Vorstellung kundtun.

1. Es gibt hier also ein paar Leute, die sich komplett auf Living History konzentrieren, um damit auf Mittelaltermärkte zu gehen und dort möglichst authentisch ein ritterliches Gefolge darstellen wollen. Dann kann ich auch nachvollziehen, dass Kämpfer dort nicht wirklich gebraucht werden. 2. Und dann gibt es in erster Linie Silvio, der versucht eine Brücke zwischen Authentitität und Rollenspiel zu schlagen, um sich möglichst breit aufzustellen. (Immer korrigieren, wenn ich mich irre.)

1.) Ich muss dazu sagen, dass mir ersteres Konzept, hmm wie sage ich es ohne jemanden auf den Schlips zu treten, dass sich mir persönlich der Spaß daraus nicht wirklich erschließt. Das faszinierende für mich am Rollenspiel (beziehe mich jetzt mal auf meinen DSA Hintergrund) war immer, dass man in Rollen schlüpfen kann, die einen wegführen vom Alltag mit all seinen Lasten und Pflichten, dass man Abenteuer erlebt, fremde Welten entdeckt und in erster Linie Spaß hat. Ohne mich als Hedonist outen zu wollen, sollte ein Hobby doch in erster Linie Spaß machen. Und ganz ehrlich, was ich bisher gelesen habe, hört sich eher nach Arbeit an und so dass sich manche in ihren Rollen überfordert fühlen. Versteht mich nicht falsch, ich hab kein Problem mitanzupacken, wenn Arbeit anfällt (Holzhacken, Essen schälen und von mir aus auch Silvios Messer putzen), aber wenn ich auf irgendeine Veranstaltung gehe, möchte ich mich nicht auf diesen Part beschränken. Ich würde mich auch in der Rolle eines einfachen Dieners nicht wohlfühlen. Daraus erschließt sich mir, dass ich für dieses Konzept wohl wenig tauglich bin.

2.) Diese Seite wiederrum finde ich sehr interessant und ich glaube, dass sich mir hier fürs Charakterspiel vielmehr Freiräume ergeben. Dazu kommt die betonte Ausrichtung gen Kampf. Auch wenn der hochmittelalterliche Ritter sicherlich viele Facetten hat und der gesellschaftlichen Schiene sehr viel Bedeutung zukommt, ist und bleibt der Ritter für mich in erster Linie ein Krieger. Wenn ich an Ritter denke, sehe ich vor mir stählerne Recken zu Pferde, die im rasenden Galopp dem Feind entgegen preschen und nicht Feingeister in Strumpfhosen, die Frauen mit Liedern huldigen und übers Wetter palieren. Okay, dass ist jetzt eine recht krasse Schwarz-/Weißsicht und wäre auf Dauer auch langweilig. Bin wahrscheinlich zu sehr von meiner Kindheit geprägt.

2 Anmerkungen noch:

Realistische Darstellung von Frauen im Hochmittelalter und Frauen an Waffen schließen sich bei mir aus. Das wäre bei mir ein klarer Indiz für Larp. Ich wüßte nur ein paar Ausnahmen (Jeanne d'Arc, deren Ende bekannt ist und der gesetzliche Zweikampf, in dem Frauen unter bestimmten Bedingungen auch selbst mal kämpfen durften).

Zu Punkt 4 Silvio. Ich frag mal lieber nach, aber ich glaube, wir meinen das Gleiche in unseren Statements, nur das ich mich vielleicht nicht klar ausgedrückt habe. Ergo, du bist im Exil und besaßt erstmal kein Gefolge, sondern hast es dir jetzt langsam zusammen gesucht?

Vidon

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #33 am: August 08, 2012, 10:54:40 Vormittag »
Zu viel des Lobs, aber danke für die Erwähnung. Aber selbst Berstl hat sich im Holz hacken probiert, wenn auch mehr um die Damenwelt zu beeindrucken, hatte ich das Gefühl, aber immerhin. ;)
Das Holz hacken hat mir auch wirklich Spaß gemacht, würde auch das Holz des ganzen Lagers hacken, aber dann werd ich zur Geruchsbelästigung und komm zu nix anderem mehr. :D
Aber dafür bin ich ja der Holzgobbo.
Hab auch kein Problem nem Adligen seinen Krempel nachzutragen, oder abzuwaschen, es sind Dinge die getan werden müssen.

Ich denke, dass hier noch viel Redebedarf besteht.
Was Dinge wie das Kochen angeht...wie schon gesagt: EINE Person sollte die Essensplanung überwachen und dann auch für die Umsetzung sorgen. Das kann auch so aussehen, dass diese Person sagt, wer was zu schnippeln zu kochen oder sonstwie hat. Aber wenn viele drin rum rühren wirds Mist.

Und Abgewaschen hat jeder Mal, aber sicher mancher mehr als andere.
Was das kochen angeht: ich kann kochen, aber bin da wenig kreativ, da halte ich mich eher an Rezepte. Chemiker-Berufskrankheit. Weil Frauen meistens besser kochen als Männer (mehr Übung...liegt wohl am Gesellschaftsbild, was sich nur langsam wandelt), ist es daher nicht verwunderlich, das dies auch im Lager so ist. Daher: Delegieren...

Wenn es zu unausgeglichen ist: denke ich dass der Plan wie von Finya vorgeschlagen eine sinnvolle Sache ist. Es wird Abweichungen geben, klar, aber dann einfach den Mund aufmachen und um Hilfe fragen, wenn man etwas allein nicht schafft. Klingt schwer, ist aber einfach. ;)

Ich denke so eine Rolle zu spielen die beides kann, ist nicht schwer, auch dir (Jörg) könnte sowas Spaß machen, denn das Abwaschen und befolgen von Anordnungen ist nunmal die Rolle eines (Waffen-)Knechtes, egal ob im LARP oder Living History. Und das Abwaschen zählt genauso dazu wie Feuer machen, Holz hacken oder Patrollie laufen und Diebe jagen^^ Oder Äxte werfen (das war beim LARP hehe) :D


Vidon
Mich fragte mal ein Ire im Zug: Was ist der Unterschied zwischen einer irischen Hochzeit und einem irischen Begräbnis?
Auf dem Begräbnis ist ein Besoffener weniger.

Erkenntnis: Söldner werden überall gebraucht. Denn immer dort wo ich hinkomme heißt es: Sölder...ihr habt mir grad noch gefehlt.

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #34 am: August 08, 2012, 11:44:26 Vormittag »
Zitat von: Finya
Tatsächlich würde ich das lieber von Auge zu auge mal bequatschen, da ist die wahrscheinlichkeit sich falsch zu verstehen erheblich geringer.
Dann müssen wir das bei Gelegenheit mal einrichten.

Zitat von: Finya
Jaein. Ich hatte vor allem keine Lust, dabei zuzusehen, wie Elysa und Cynric sich totarbeiten.
Aber hast du die beiden mal danach gefragt? Mir haben sie nämlich beide versichert, daß dies so in Ordnung war. Vor allem Cynric hat da sehr beschwichtigt. Und meine Schwester kann selbst dann nicht die Finger still halten, wenn jemand anders explizit "Dienst" hätte und würde sich dann trotzdem einmischen. Und ganz ehrlich, wenn ich nen reinen Bediensteten spiele geht mir das auch so: meine Arbeit ist meine Domäne, so wie der Kampf die des Ritters ist.
Ich werde die beiden aber durchaus auch nochmal zu der Problematik auszuquetschen versuchen.

Zitat von: Finya
Und meine mangelnde Lust die Edeldame zu spielen, lag zum Teil auch daran, dass mir Personal für mich selber mangelte. Ich brauche Bedienstete um mich darzustellen. Weniger Waffenmänner sondern wirklich Leute die mich bedienen bzw. unterhalten oder mich zum Sticken animieren...
Zum Sticken animieren würde ich vielleicht nicht, aber für Unterhaltung sorgen kann ICH. Ich hab nen Knappen und nen Waffenmeister, die beide musizieren können. Künftig hab ich nen Barden (wobei ich keine Ahnung habe, ob der zu Ostern ne Option ist). Ich selber erzähle auch gerne mal eine Geschichte. Und ich hab mittlerweile ein hübsches Schachspiel (keine Ahnung, ob man Lady Mathilde dafür begeistern kann...). Ich hätte auch nen gemeinsamen Marktbummel mitgemacht (oder auf Wunsch auch den Knappen mitgeschickt ;)).
Ich kann das mit den persönlich angebundenen Bediensteten durchaus absolut verstehen. Aber Unterhaltungsprogramm geht auch ohne. Mit Lady Sophie hab ich das auch irgendwie auf die Reihe bekommen, trotz zusätzlicher Belastungen und einer ausgeprägteren "Verwöhntheit" der Dame.

Zitat von: Finya
Es aber, wie in deinem Falle, zumindest soweit ich es überblicken konnte, überhaupt nicht zu erwähnen, ist dann aber auch nicht förderlich...
erwähnt hab ich durchaus. Ich rede aber sehr individuell mit Leuten. Ich versuche ihr Wollen zu ergründen und dann ne Platform zu bieten. Ich hab aber durchaus Schwierigkeiten, die reinen Bediensteten anzupreisen. Ich habs schon mehrmals gesagt: mir fehlen da ein bisschen die Argumente. Was ich hab ist eher dünn. Und ich könnte dafür definitiv eure Hilfe brauchen.

Zitat von: Finya
Auf LARP sollte der Anteil der Bewaffneten höher sein. Das sehe ich ach vollständig ein. Aber auf dem Markt ist es nicht notwendig, bzw. fand ich es immer schön, dass wir im Gegensatz zu den meisten Reenactmentgruppen nicht nur aus "Rittern" bestanden.
Aufm Markt spielt die Bewaffnung keine Rolle. Klar. Da ist es eben andere Seite der Medaille die mehr Stellenwert hat. So oft sind die Leute dann aber letztlich nicht bewaffnet rumgelaufen. Ich kann mich sehr gut erinnern, daß da öfter mal extra für ein Fote die Waffe extra geholt wurde. Und ich kann mich sehr gut erinnern, daß da irgendwann plötzlich so ne Horde bewaffneter Wikis um uns rumstanden und ich da auf sehr dünnem Eis stand, weil NUR ICH eine Waffe in Griffnähe hatte.
Daß Leute zu nem Wachdienst Waffen anlegen oder um Status zu unterstützen wenn wir grad zum Turnier gehen, halte ich für absolut stimmig (siehst du das anders?). Und ich kann extrem gut verstehen, daß da häufig und viel Gambeson getragen wurde. Das war sehr sicher mehr der Kälte als dem Bewaffneten Status geschuldet. Wenn du magst, werd ich da mal ein bisschen mehr ein Auge drauf haben und das Waffentragen deutlich ansprechen, das nächste Mal.

Besonders Vidon hat sehr deutlich bewiesen, daß sich eine Rolle als Bewaffneter mit einer als Knecht gewiss nicht ausschließt. Zu Ostern hat er den größten Teil unseres Feuerholzes geschlagen.
Das ist mir auch löblich aufgefallen. Ich hatte aber den Eindruck, dass er der einzige war, der es so gut (Betonung liegt auf gut!) ausgeglichen bekommen hat.

Und auf dem Frontsac hat er tagsüber an meiner Seite gekämpft und ist außerhalb der Kämpfe auf meine Bitte hin der Baroness zur Hand gegangen (beinahe wie ein Leibdiener).
Zum Frontsac kann ich nichts sagen. Und das weißt du auch.[/quote]Ich weiß, das du zum Frontsach nicht dabei warst. Deshalb erzähle ich ja davon. Aber bitte, bleiben wir nur bei Ostern: Ich habe Vidon als Beispiel gewählt, weil das dort sehr extrem plakativ zu sehen war. Das heißt aber nicht, daß die anderen untätig waren. Jeder von uns, auch ich, hat seine Runde am Abwasch gehabt. Und ich denke auch, daß du bestimmte Tätigkeiten nicht so wahrnimmst.
Ich hatte mir aber eh schon vorgenommen, da bewußter drauf einwirken. Zum Beispiel was die Feuerwache während des Turniers angeht. Das erhöht zum einen das Spiel untereinander und profiliert jeden einzelnen Stärker. Und es schafft einen Ausgleich in dem Sinne den du ansprichst.

Zitat von: Finya
Und ja ich bin mir vollauf bewusst, dass kochen alleine keine Arbeit ist. Da kommt noch Feuer instandhalten, Feuerholz hacken/holen, Wasser holen, Abwasch etc. hinzu...
Und Wachdienste (ich bin ganz froh, daß Pappa Bear so freiwillig Nachtwachen übernimmt, da mach ich gerne nen Abwasch extra dafür), sowie Servicetätigkeiten als "Diener" (das IST genauso NÜTZLICH wie Essen machen) und äußere Verpflichtungen an uns als Gruppe (der Veranstalter bindet uns, z.T. mit strengem Zeitplan, ein).

Zitat von: Jörg
von mir aus auch Silvios Messer putzen
Hey, meine Klingen sind heilig (vom Essbesteck vielleicht mal abgesehen). Die putzt keiner außer mir.

Zitat von: Jörg
Okay, dass ist jetzt eine recht krasse Schwarz-/Weißsicht und wäre auf Dauer auch langweilig. Bin wahrscheinlich zu sehr von meiner Kindheit geprägt.
Wir haben alle solche Prägungen und Faszinationen. Aber so ne Rolle (auch die von Bediensteten) sind gewöhnlich sehr deutlich vielschichtiger. Zumindest wenn man länger Freude an seinen Figuren haben will.

Zitat von: Jörg
Realistische Darstellung von Frauen im Hochmittelalter und Frauen an Waffen schließen sich bei mir aus.
Hier muß ich mal einschreiten. 100% korrekt können wir eh nicht. Niemand kann das. Wir müssen immer bestimmte Kompromisse eingehen bei der Darstellung. Und beim Rollenbild der Frau hab ich ein echtes Problem damit, wenns sehr patriarchalisch wird. Obendrein hab ich Frauen schon oft als sehr interessante Gegner erlebt. Ich bin hier allzu bereit, Kompromisse zu machen.
Es gibt auch geschichtlich betrachtet noch deutlich mehr Beispiele als die von dir genannten.

Zitat von: Jörg
Ergo, du bist im Exil und besaßt erstmal kein Gefolge, sondern hast es dir jetzt langsam zusammen gesucht?
Korrekt.

Zitat von: Vidon
EINE Person sollte die Essensplanung überwachen und dann auch für die Umsetzung sorgen. Das kann auch so aussehen, dass diese Person sagt, wer was zu schnippeln zu kochen oder sonstwie hat. Aber wenn viele drin rum rühren wirds Mist.
Da ist was dran. Und ich denke eigentlich, daß "werauchimmerdasmacht" in jeglicher Hinsicht andere zum Mithelfen scheuchen sollte. Auch wenn dies NICHT die Haushälterin oder jemand mit ähnlich offizieller Befugnis ist.
Wer auch immer mit einer Aufgabe betraut ist, sollte über diesen begrenzten Rahmen auch die Hoheit haben, denke ich.
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Vidon

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #35 am: August 09, 2012, 12:40:31 Nachmittag »
Zitat
Und ich denke eigentlich, daß "werauchimmerdasmacht" in jeglicher Hinsicht andere zum Mithelfen scheuchen sollte. Auch wenn dies NICHT die Haushälterin oder jemand mit ähnlich offizieller Befugnis ist.
Wer auch immer mit einer Aufgabe betraut ist, sollte über diesen begrenzten Rahmen auch die Hoheit haben, denke ich.

Die ganze Zeit meine Rede.

Zitat von: Captain
Zitat von: Jörg
Realistische Darstellung von Frauen im Hochmittelalter und Frauen an Waffen schließen sich bei mir aus.
Hier muß ich mal einschreiten. 100% korrekt können wir eh nicht. Niemand kann das. Wir müssen immer bestimmte Kompromisse eingehen bei der Darstellung. Und beim Rollenbild der Frau hab ich ein echtes Problem damit, wenns sehr patriarchalisch wird. Obendrein hab ich Frauen schon oft als sehr interessante Gegner erlebt. Ich bin hier allzu bereit, Kompromisse zu machen.
Es gibt auch geschichtlich betrachtet noch deutlich mehr Beispiele als die von dir genannten.

Bei einem bunt zusammengewürfelten Haufen, der nicht streng christlich ist (und dieses Konzept haben wir bereits verworfen) war es vollkommen egal welches Geschlecht jemand hatte. Glaubst du eine Räuberbande auf der Straße interessiert sich dafür? Im haufen von Robin Hood (egal wieviel davon wahr oder erfunden ist) haben auch nicht nur Männer gekämpft. Es ging ums Überleben.

Und auch wenn Lothaire nun eine Gönnerin hat, so muss er dennoch sehen wie er mit den Mitteln die er hat zu Rande kommt. Manchmal kann man es sich nicht leisten Schwertkundige wegzuschicken.

http://www.mittelalter-muenster.de/Leben/FrauenmitWaffen.html
« Letzte Änderung: August 13, 2012, 09:48:37 Vormittag von Vidon »
Mich fragte mal ein Ire im Zug: Was ist der Unterschied zwischen einer irischen Hochzeit und einem irischen Begräbnis?
Auf dem Begräbnis ist ein Besoffener weniger.

Erkenntnis: Söldner werden überall gebraucht. Denn immer dort wo ich hinkomme heißt es: Sölder...ihr habt mir grad noch gefehlt.

Jörg

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #36 am: August 09, 2012, 14:41:18 Nachmittag »
Ich vertrau mal auf Vidon, dass der Waffenknecht ein breites Aufgabenfeld hat und schreib mal Ostern noch nicht ab. Bin gespannt worauf Captain und Finya sich einigen. Vielleicht könntet ihr euer Konzept dann ja nochmal darlegen. Vielleicht könnte man ja auch mal bekanntgeben, welche Posten im Detail vakant sind.

Zum Thema Frauen:

Ihr habt natürlich recht. Da ich wie gesagt, keinen Anspruch auf absoluten Realismus erhebe und das unzweifelhaft existierende Patriarchat als reine Exklusionsmöglichkeit wahrnehme, habe ich auch keine Probleme mit Frauen unter Waffen. Ich empfand es nur irgendwie als Widerspruch ein authentisches Gefolge eines Ritters darstellen zu wollen und dann bewaffnete Frauen zu integrieren. Für mich ist das dann einfach schon Larp.

Als christlicher (Mittelaltermarkt) Ritter ist Lothaire ja auch an gewisse Konventionen gebunden. In Bretonia ist die Anzahl der kämpfenden Frauen, die keine Zauberinnen sind, meines Kenntnisstandes übrigens auch auf Repanse de Lyonesse begrenzt.

Von der Quellenlage bin ich da auch noch nicht überzeugt. Meine Beispiele stammten ja schon nicht aus dem Hochmittelalter, weil mir dazu nichts einfiel. Das es durchaus Kulturen und Zeiten gibt, die der Frau eine höhere Stellung einräumten, ist mir bewusst. Das in Notsituationen Frauen ebenso zur Waffe griffen ebenfalls. Auch das sich Frauen als Männer verkleideten. Aber ein christlicher Ritter der ganz offiziell eine Waffenknechtin hat, hmm... Wenn ihr über Quellen verfügt, würde ich mich freuen, da ich immer gerne lerne.

In diesem Sinne, Realismus in allen Ehren aber durchaus Mut zum kreativen Rollenspiel.

Jörg

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #37 am: August 09, 2012, 14:47:24 Nachmittag »
Ach was ich noch fragen wollte:

ludi historici = geschichtliche Spiele?

Captain

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #38 am: August 09, 2012, 15:30:06 Nachmittag »
Daß Frauen an der Waffen sicher nicht commen standart waren, können wir als gegeben hinnehmen, klar. Für mich sind solche Dinge erstmal nicht anderes als eine Abweichung zum Geschichtsbuch: ein Fehler in der Darstellung. Nicht mehr und nicht weniger. Wir haben da noch genug andere davon. Wichtig ist dabei vor allem, daß man nicht so tut, als wäre das "damals genau so gewesen". Ansprüche kann nur jeder an sich selbst stellen, nicht an andere. Wenn also ne Frau sagt, daß sie so eine Rolle nicht will wegen der historischen Genauigkeit, ist das ein Argument, das ich akzeptiere. Aber wenn irgend wer über jemanden anderes sagt "das was du machst ist falsch" bzw sowas impliziert (z.B. mich stört es, wenn wir bewaffnete Frauen haben), dann empfinde ich das als nicht OK. Im Prinzip ist das kein kleines bisschen anders als bei jeder Klamotte und bei jedem Ausrüstungsstück.
Nehmts locker. Akzeptiert die Fehler die da sind als solche und versucht euch selber zu verbessern. Dann seid ihr auf nem guten Weg. Mehr kann keiner verlangen.

Zitat von: Jörg
In Bretonia ist die Anzahl der kämpfenden Frauen, die keine Zauberinnen sind...
...irrelevant. Außer mir und Ciana (die eine Dame der Herrin vom See spielt) benutzt von uns keiner weiter diesen Hintergrund.

Zitat von: Jörg
Wenn ihr über Quellen verfügt, würde ich mich freuen, da ich immer gerne lerne.
Wenns dich interessiert: recherchiere es. So funktioniert das Hobby. Das mache ich auch nicht anders. ;)

Zitat von: Jörg
ludi historici = geschichtliche Spiele?
So in etwa. Ludi sind Spieler bzw Spiele. Wobei das Wort ein Konnotation auf Schauspielerei bzw. Komödianten hat. Und die Geschichte hast du schon richtig interpretiert. Die Geschichte mit dem Rollenspiel verbinden, das steckt in diesem Namen.
Spielertyp nach Robin D. Laws: Storyteller 100%, Method Actor 92%, Tactician 75%, Specialist 50%, Butt-Kicker 50%, Casual Gamer 12%, Power Gamer 0%
NSC-Code: LE+MP-ST-FF0KO+!AG+IN0RR-!AT/PA+!EP0GP0PSI-MTF0PAIN-HdR-I

Finya

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #39 am: August 09, 2012, 18:41:53 Nachmittag »
Von der Quellenlage bin ich da auch noch nicht überzeugt. Meine Beispiele stammten ja schon nicht aus dem Hochmittelalter, weil mir dazu nichts einfiel. Das es durchaus Kulturen und Zeiten gibt, die der Frau eine höhere Stellung einräumten, ist mir bewusst. Das in Notsituationen Frauen ebenso zur Waffe griffen ebenfalls. Auch das sich Frauen als Männer verkleideten. Aber ein christlicher Ritter der ganz offiziell eine Waffenknechtin hat, hmm... Wenn ihr über Quellen verfügt, würde ich mich freuen, da ich immer gerne lerne.

Ich habe da was witziges:

(Hartmann von Aue, Erec, um 1180):

"er vüeret ein ritterlîches wîp
der ist bekumbert ir lîp.
Si vüeret driu ros an der hant:
Si ist, hân ich ez rehte erkant
Dem ambet ungezaeme.
Mich wundert wâ er naeme
Sô seltsaenen schiltkneht."

"Er hat eine edle Frau bei sich,
die sich plagen muss. An ihrer Hand führt sie drei Pferde;
wenn ich recht sehe, ist sie
für diese Aufgabe nicht geschaffen.
Ich wundere mich darüber, woher er einen
so seltsamen Knappen hat."

Scheinbar war es zumindest aus Hartmanns Sicht nicht alltäglich.
Zum genaueren Hintergrund des Gedichtes müsstest du Cynric befragen. Der hat da die Quelle zu.
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Jörg

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #40 am: August 10, 2012, 15:12:22 Nachmittag »
Danke für die spannende Quelle.

Aardjon

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Re:Ziele und Einsatzorte
« Antwort #41 am: August 10, 2012, 19:41:41 Nachmittag »
[Frauen mit Waffen]
(Hartmann von Aue, Erec, um 1180):

"er vüeret ein ritterlîches wîp
der ist bekumbert ir lîp.
Si vüeret driu ros an der hant:
Si ist, hân ich ez rehte erkant
Dem ambet ungezaeme.
Mich wundert wâ er naeme
Sô seltsaenen schiltkneht."

"Er hat eine edle Frau bei sich,
die sich plagen muss. An ihrer Hand führt sie drei Pferde;
wenn ich recht sehe, ist sie
für diese Aufgabe nicht geschaffen.
Ich wundere mich darüber, woher er einen
so seltsamen Knappen hat."
Witzig, genau die gleiche Quelle wollte ich auch grade zitieren :)
Ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen (Danke Cynric ;)), der tTxt über Ritter, Halbritter & Co ist wirklich sehr spannend und liest sich auch gut (uns außerdem ist da noch ein anderer, ebenso spannender Text über Musik drin *s*). Cynric, magst du vielleicht die genaue Quelle nochmal hier posten damit man's in der Bibo wiederfindet?
"Spam, Spam, Spam, lovely Spam
Wonderful Spam, Lovely Spam.
Spam, Spam, Spam, magnificent Spam,
Superlative Spam.
Spam, Spam, Spam, wonderous Spam,
Surgical Spam, splendiferous Spam.
Spam, Spam, Spam, Spaaam!"

Ignis Cantores