Autor Thema: RANCID - eine Geschichte aus der Welt von "Vampire - the Masquerade"  (Gelesen 22566 mal)

Violet

  • Gast
RANCID - eine Geschichte aus der Welt von "Vampire - the Masquerade"
« am: Juni 20, 2008, 21:38:05 Nachmittag »
hallo leute,

wie einige von euch wissen, gehört das schreiben zu meinen hobbys. da ich aber in nächster zeit beabsichtige, die sache etwas handfester zu gestalten um in absehbarer zukunft etwas zu veröffentlichen, habe ich einen myspace-blog eingerichtet, auf welchem ich in regelmäßigen abständen zunächst kostproben unterschiedlicher themen und bei ausreichender leserschaft einen längeren zusammenhängenden zyklus veröffentlichen werde.

da die erste geschichte aus "vampire - die maskerade" stammt, dachte ich mir, hier sicherlich das richtige publikum gefunden zu haben.

ich würde mich außerdem SEHR freuen, wenn ihr den blog weiterempfehlen und kräftig kommentieren würdet.

hier der link: http://blog.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=390814037&blogID=407629432

mein profil kann unter www.myspace.com/riswanhassen (so heiß ich in echt) eingesehen werden.

ich würde mich über zahlreiche leser freuen, und bitte, bitte weitersagen 

lg
riswan aka violet
« Letzte Änderung: Juni 30, 2008, 22:49:17 Nachmittag von Violet »

Violet

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #1 am: Juni 22, 2008, 19:44:39 Nachmittag »
hmmm...wenn keiner lust auf den blog hat, dann gibts den text eben hier  :-D

Statements pleaze!!!


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Rancid - eine Geschichte aus der Welt von "Vampire - the Masquerade"




GEHEIMSACHE

Quelle: OSPA
(Online-Suchdienst für paranormale Aktivitäten)

Warnung:
Vorliegender Text ist eine subjektive Rekonstruktion vergangener Ereignisse anhand eines Videos aus dem Internet und kann daher nicht als Beweismittel gegen Beteiligte herangezogen werden.
Besagtes Video ist zum Zwecke der Beweisführung an die digitale Auswertestelle der forensischen Abteilung weitergegeben worden
M. Strasser
  Web-Department


TEXT:
Um elf Uhr waren sie an den Treffpunkt bestellt worden. Alle drei. Aber wo verdammt noch mal blieben die anderen? Der Packleader war ziemlich cool, aber Ungehorsam wurde radikal geahndet. Rancid sah auf seine Uhr: 23:00 – Showtime. Und er stand allein im Parkhaus. Kein Zeichen von Trinity oder Timea. Und auch der Kontaktmann war weit und breit nicht zu sehen. Was aber nichts heißen sollte. Wie Rancid auch konnte sich Timea vor dem sehenden Auge verbergen – und andere auch. Sie und Trinity waren also möglicherweise hier. Genauso der Kontaktmann, gesetzt den Fall er konnte das auch. Aber es war nur möglich die physische Gestalt zu verbergen – die Aura blieb, für jemanden der sie wahrnehmen konnte, sichtbar. Timea würde ihn also sehen können. Und jeden anderen verdunkelten Vampir auch. Nein, er war allein.
Just in diesem Moment kam ein dunkel gekleideter Mann um die Ecke. Rancid war sich sicher ihn nicht gehört zu haben. Plötzlich jedoch hallten seine Schritte wie selbstverständlich von den Betonwänden des Parkhauses wider. Der Mann war groß, kräftig gebaut, hatte eine Glatze und trug eine glatte, schwarze Hose. Dazu schlichte, leichte Lederstiefel, eine schwarze Wildlederweste über einem dunkelgrauen Hemd und trotz der Nacht eine dunkle Sonnenbrille. „Auffällig unauffällig" dachte Rancid verwundert und trotz seiner eigenen kainitischen Natur lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken als er dem Mann ins Gesicht sah. Versteinerte Gesichtszüge ließen neugierige Blicke von ihm abgleiten wie Wasser von Ölzeug. Kurz der Fremde strahlte eine unheimliche Kälte aus, welche Rancid das geraubte Blut in den kalten Adern gefrieren ließ.
Aber auch Rancid wagte es nicht sich offen zu enttarnen. Er trat hierzu hinter eine der Betonsäulen, welche scheinbar die zentralen Träger des Parkhauses darstellten und trat in derselben Manier hinter einer hervor, wie derjenige, welchen er inzwischen für den Kontaktmann hielt.
Der Fremde stand neben einem geparkten Auto und schien zu warten. Rancid war sich sicher – das war der Kontaktmann. Aber er wollte ganz sicher gehen. Schon um am Ende vor dem Packleader nicht als Anfänger dazustehen indem er einen völlig Fremden einfach so ansprach. „Entschuldigen Sie, können sie mir sagen wie spät es ist?" erkundigte er sich unverfänglich nach etwas, was er nur zu gut wusste. Aber er landete einen Treffer. Wenngleich die etwas ungehaltene Antwort nur „Ziemlich spät." lautete.
Es war inzwischen 23:01 Uhr.
Rancid wollte das Gespräch noch weiter codieren, doch der Fremde nahm ihm die Arbeit ab: „Warum kommst du allein? Wo sind die anderen beiden…Gestalten?" die Pause gab der Bezeichnung etwas Verächtliches. „Timea ist beim Prinzen vorgeladen worden. Wenn sie da nicht hingegangen wäre, wären wir aufgefallen."
Er erinnerte sich daran was ihnen der Packleader eingeschärft hatte: „Fallt um keinen Preis auf. Nach außen hin seid ihr loyale Mitglieder der Camarilla!!!"
Der Fremde war mit der Antwort sichtlich unzufrieden, musste sich aber der schieren Macht der Argumente beugen.
„In einer halben Stunde treffen wir uns an der Kirche oberhalb des Elysiums. Nein, das ist zuviel. Ich gebe euch 20 Minuten. Und wenn ich euch drei Versager dann nicht an der Kirche beisammen sehe, seid ihr Toast."
Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und verschwand vor Rancids Augen als habe er sich in Luft aufgelöst.
Eine Schrecksekunde verging – Rancid rechnete sich seine Chancen in einem Kampf mit dem Fremden aus. Wenn er nicht ein wahnsinnig guter Schauspieler war, ließ seine ganze Art auf einen Profi schließen, gegen den er nicht einmal mit Timea eine Chance hatte. Schon gar nicht mit diesem Baby namens Trinity – die dritte im sogenannten Bunde. Er verstand sowieso nicht warum ausgerechnet Trinity dabei war. Was hatte Timea sich nur dabei gedacht? Trinity war so nutzlos wie ein Kropf, wenn nicht noch weniger. Aber war es überhaupt Timeas Werk? Es wäre ihr durchaus zuzutrauen, aber Trinitys Initiation war ohnehin mehr als mysteriös gewesen. Allerdings gab es jetzt wichtigeres zu tun und so verwarf er den Gedanken daran zunächst.
Er war bereits auf dem Weg zum Treffpunkt und rief Timea über sein Handy an um sie über den Ernst der Lage in Kenntnis zu setzen. Sie vereinbarten ein Treffen an der Kirche in zehn Minuten und kurz darauf sah er bereits Timea mit Trinity im Schlepptau den Weg vom Elysium zur Straße hinaufkommen.
Sie begrüßten sich und gingen ohne Umschweife zur Kirche, die sich nicht einmal hundert Meter entfernt befand, allerdings schlecht beleuchtet war. Möglicherweise ein Grund für die Wahl dieses Ortes durch den geheimnisvollen Unbekannten. Auf dem Weg erläuterte Timea was es mit diesem Treffen auf sich hatte:
„Es ist eine Art Test. Für euch. Aber auch mein Arsch hängt am seidenen Faden! Wenn ihr versagt seid ihr für den Sabbat nutzlos und was das bedeutet muss ich euch sicher nicht erklären! Aber bin ich genauso dran, weil ich euch angeschleppt habe. Also macht eure Sache gut."
Trinity nickte, Rancid genauso, wenn auch weit weniger eifrig. Das konnte ja was werden. Besonders da der schwarzgekleidete Typ von vorhin mit Sicherheit Schiedsrichter und Scharfrichter in einer Person war.
Sie erreichten den Treffpunkt und warteten hinter einer Hausecke an einem Eisenzaun. Geschützt vor den Blicken etwaiger Passanten machte sich jeder seine eigenen Gedanken zu dem was da auf sie warten würde.
Viel Zeit blieb ihnen allerdings nicht: Um exakt 23:22 Uhr „erschien" der Fremde. Er saß plötzlich auf der Mauer, welche den Kirchhof umgab und blickte aus circa zehn Metern Entfernung auf sie herab. Mit einem Satz, welcher schneller anmutete als von der Gravitation vorgesehen, war er von der Mauer herunter und auf sie zugesprungen. Er stand jetzt nur noch drei Meter von ihnen entfernt und musterte seine Gegenüber mit unverhohlener Missgunst.
„Einen schööönen guten Abend." zwitscherte Timea auf ihre malkavianisch-nervtötende Art. „Halts Maul!" kam die trockene und prompte Antwort bevor er sich an die Gruppe wandte:
„Ihr drei seid die traurigsten Gestalten die mir je untergekommen sind! Eigentlich hat das alles hier überhaupt keinen Sinn! Es ist…Ihr seid die reinste Zeitverschwendung!" verlieh der Fremde seinen Gefühlen Ausdruck.
„Aber, aber, Momentchen…" begann Timea erneut. Ein Seitenblick Rancids auf Trinity bestätigte dass sie beide das Gleiche dachten. Als hätten sie sich abgesprochen gingen sie fast zeitgleich ein paar Schritte zurück während Timea nicht nur weiter redete sondern auch noch auf den geheimnisvollen und gefährlich anmutenden Fremden zuging.
„Wer wird denn gleich so pessimistisch sein? Außerdem – wer bist du eigentlich das du uns hier einfach am laufenden Band beleidigst…?"
-BAMM- Im nächsten Moment krachte Timea in die Wand des Hauses hinter dessen Ecke sie eben noch in Deckung gegangen waren. Der Putz brach in Handtellergroßen Stücken aus der Wand und selbst in der Dunkelheit waren Risse im Mauerwerk zu erkennen. An der Stelle an welcher sie gerade noch gestanden hatte stand nun der Fremde. Er hatte einen Ausfallschritt gemacht und einen geraden Schlag gegen Timeas Körper geführt. Alles ging so schnell, das Rancids Augen der Bewegung kaum folgen konnten. Trinity und er drehten sich um und sahen gerade noch Timea stöhnend aus der Wand fallen: Sie hatte einen bleibenden Eindruck hinterlassen!
Rancid schluckte: Der Typ war nicht nur wahnsinnig schnell sondern scheinbar auch ungeheuer stark – und er konnte vor dem sehenden Auge verschwinden. Rancid war zwischen Furcht und Bewunderung hin und her gerissen. Aber scheinbar hatte auch Timea einiges mehr auf der Pfanne als er bisher vermutet hatte. Gut sie war Malkavianerin und steckte allein deswegen voller Überraschungen, aber was Rancid jetzt sah ließ ihn nicht schlecht staunen: Ohne sichtbare Probleme oder Einschränkungen stand Timea auf, klopfte sich den Putz vom Mantel und ging ihren Angreifer weiter an:
„Was soll denn diese Grobheit? Hey, wir wissen das du der Tester bist, aber deshalb weiß ich trotzdem gern mit wem ich rede! Sag uns wenigstens wie du heißt!"
Diesmal war der Fremde an der Reihe zu staunen. Es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, aber die harten Gesichtszüge wurden ein klein wenig weicher und Rancid glaubte für einen Moment eine gewisse Verblüffung wahrzunehmen. Offensichtlich hatte er nicht erwartet so wenig Eindruck zu machen – oder er hatte es bisher noch nicht mit so viel Unverfrorenheit zu tun gehabt. Was es auch immer war, Rancid deutete es als Zeichen der Anerkennung als er Timeas Aufforderung mit einem knappen: „Hassan." nachkam.
Hier endeten die Freundlichkeiten jedoch auch schon und Hassan gab ihnen die Aufgabe. Vorher, währenddessen und hinterher machte er ihnen noch einmal unmissverständlich klar für welchen Dreck er sie hielt und verschwand so schnell wie er gekommen war. Etwas betreten sahen Trinity und Rancid sich an: Sie hatten diese eine Nacht Zeit um Hassan den Kopf eines Domänenmitgliedes zu bringen – und zwar jeder. Das bedeutete zwei Morde. Und wenn man es recht bedachte waren die drei schwächsten Vampire der Domäne hier anwesend. Andererseits…es waren doch ein paar neue, junge Kainiten in die Stadt gekommen... Das schuf doch Perspektiven. Rancid musste unwillkürlich grinsen.
„Gibt es in der Nähe einen Baumarkt? Ich bräuchte eine große Kettensäge. Diese zwei neuen Toreador machen sich sicher gut…" sinnierte Rancid zynisch und blickte auf seine Mitstreiterinnen.
„Lass den Quatsch." Fiel ihm Timea ins Wort. Hassan war deutlich: 2 Domänenmitglieder. Das bedeutet keine Neulinge. Und heute sind leider keine Youngster anwesend – uns ausgenommen. Was wir jetzt brauchen ist ein Plan." Verdammt, dachte Rancid. Sie hatte leider Recht. Hassan hatte sich genau so ausgedrückt. Diese Einschränkung machte die Sache ungleich schwerer.
Auf dem Heimweg diskutierten die drei frisch gebackenen Attentäter ihre Optionen. Sarus schied schon von vornherein aus. Ebenso Michel de Saint-Claire, welcher von Timea als wesentlich mächtiger eingeschätzt wurde als er aussah.
„Warum nicht den Prinzen?" fragte Rancid. Es wäre doch DIE SHOW wenn wir verdunkelt ins Elysium einmarschieren, seine Gemächer infiltrieren, ihn abmurksen und uns seelenruhig verpissen."
Die anderen sahen ihn an als hätte er vorgeschlagen den Prinzen in seinen eigenen Gemächern zu töten. Ihre Gesichter zu beschreiben erübrigt sich daher vermutlich.
Der Vorschlag würde zwar in puncto Kühnheit durchaus hervorstechen, aber am Ende waren alle – auch Rancid – davon überzeugt, das Frechheit nicht immer und in diesem Fall ganz sicher nicht siegen würde.
Ansonsten blieben nicht viele andere Möglichkeiten übrig. Die Wahl fiel schließlich auf Trinitys Schwester und ihren Primogen. Dieser war zwar ob seiner Stärke nicht die erste Wahl, aber was blieb ihnen anderes übrig? Entweder sie oder die anderen.
Trinity war allerdings nicht so recht damit einverstanden ihren eigenen Clan praktisch auszulöschen.
„Gibt es keine andere Möglichkeit?" fragte sie in die Runde und noch während Timea ihr noch einmal erklärte warum es keine andere Möglichkeit gab meldete sich in Rancid eine kleine verstohlene Stimme. War Trinity wirklich skrupellos genug für den Sabbat? Aber der Gedanke an den Plan und an die Rolle welche er bei der Durchführung spielen würde verdrängte die Stimme. Es blieb auch so genug zu tun und Trinity sollte schließlich nur die Opfer anlocken. Den Rest würden er und Timea schon besorgen.
„Also…" ergriff Timea wieder einmal das Wort. „Trinity wird sich jetzt ins Elysium begeben. Wir erledigen den Rest und warten auf sie. Alles klar?" Alle nickten und Trinity machte sich auf den Heimweg. Von nun an würde es noch etwa eine Dreiviertelstunde dauern.
„Bleib noch kurz." Hielt Timea Rancid zurück. „Ich möchte dir noch etwas anvertrauen, jetzt da wir gemeinsam kämpfen müssen und es hoffentlich noch eine Weile tun werden: Ich habe ein kleines Geheimnis…"
Rancid bekam große Augen und staunte nicht schlecht, als ihm seine Teamkollegin eröffnete, dass sie die Fähigkeiten anderer Clans annehmen konnte. Es erforderte zwar jedes Mal viel Energie und Willenskraft, aber sie konnte es. Im Kampf würde es ihnen einen großen Vorteil verschaffen – ganz besonders weil niemand damit rechnen würde.
Rancid grinste. Das klang doch ganz nach der Wirkung von den Schmuckstücken dieses großkotzigen Jugendlichen dessen Bude er abgefackelt hatte nachdem er ihm das Zeug abgenommen und ihn selbst getötet hatte. Bis heute dachte er dass sich diese Dinge in seinem Besitz befänden und wertlos waren. Offenbar waren es aber nur gute Fälschungen und Timea hatte ihn damals nach Strich und Faden beschissen!
Aber er sagte nichts – sollte sie ruhig das größere Risiko tragen, er hatte selbst genug Kraft. Als informeller Führer würde schließlich im Zweifelsfall auch IHR Kopf als erstes rollen.
Fair genug für einen Nosferatu.
Also sagte er nichts und Timea und Rancid trennten sich um noch schnell ein paar eigene Geschäfte zu erledigen und sich zehn Minuten vor der vereinbarten Zeit am Treffpunkt einzufinden. Der Plan sah vor, das Rancid eine Prostituierte „besorgte", ihr die Kehle durchschnitt und sie auf der öffentlichen Toilette im Parkhaus-WC drapierte. Der Mord sollte genauso aussehen wie derjenige, der neulich stattgefunden hatte. Bloß das diesmal kein toter, blutloser Vampir auf der Nutte liegen würde sondern ein kopfloser. Aber das war noch lange nicht alles. Rancid würde sich noch ein paar private Spielsachen besorgen – nur zur Vorsicht. Der Plan war zwar gut, aber die Tatsache, das sie sich zu jeder Zeit in einer Sackgasse befanden aus der es keine Möglichkeit zur Flucht gab, ließ ihn an eine Rückversicherung denken. Er programmierte seinen Server so, das er offenen Online-Zugriff aus dem Internet gestattete wenn er sich nicht innerhalb der nächsten zwölf Stunden wieder mit seiner Administratorkennung anmeldete. Pfusch am System bedeutete das Selbe. Ja, er war vielleicht paranoid, aber bei alledem was er bisher erlebt hatte, war diese Domäne bisher die abgefahrenste gewesen. Deshalb zeichnete er auch seit einiger Zeit alles was er tat auf seinem PDA auf und schickte es regelmäßig über den Hochfrequenzäther nach Hause. Bild und Ton – keine besonders brillante Qualität, aber immerhin war es im Notfall per UMTS Broadband in Nullkommanix im Netz – wenn die Umstände es erforderten sogar als Livestream.
Er machte einen Probelauf und stellte sein System scharf. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen. Jetzt musste er nur noch eine Prostituierte umbringen – eine seiner leichtesten Übungen.
In insgesamt nicht einmal einer halben Stunde hatte Rancid seine Vorbereitungen abgeschlossen und ein passables Opfer gefunden. Etwas überrascht aber dank einer wahrhaft anständigen Bezahlung im Voraus nicht weniger bereitwillig, folgte sie ihm auf besagtes WC, welches das letzte sein sollte was sie in ihrem Leben sehen würde. Aber kein Kainit würde je auch nur einen Gedanken an ein unrühmliches Ende eines Sterblichen verschwenden. Nun, zumindest tat es Rancid nicht und er bemerkte den grinsenden Halbmond neben ihm erst als er ihn ansprach – Timea war gut.
Nein, sie war sogar sehr gut. Das musste man ihr lassen. Und auf die Minute pünktlich, jetzt konnte es nicht mehr lange dauern. Sie verdunkelten sich und warteten. Fünf Minuten vergingen, zehn Minuten vergingen. Eine Viertelstunde war bereits vorbei und immer noch kein Zeichen von Trinity.
„Wo bleibt das dumme Ding?" Timea gab ihre Verdunkelung auf und Rancid folgte ihrem Beispiel.
„Keine Ahnung, hat sie ne Nachricht geschrieben?" Beide prüften ihre Mobiltelefone, aber nichts war zu sehen. Volles Netz, aber kein Anruf, geschweige denn eine Nachricht.
„Ruf sie doch mal an." Schlug Rancid vor. Timea warf zwar ein, das es vielleicht keine so gute Idee wäre ihr damit eventuell die Tour zu vermasseln, aber nachdem sie sich insgesamt eine halbe Stunde verspätet hatte, verlor auch Timea die Geduld und rief Trinity an:
„Wo zum Teufel steckst du?! … Aha… und weiter? … Wie meinst du das? … Spinnst du?! Dann sollen wir… ja ok, es ist alles vorbereitet. Bis gleich."
Ihr Gesicht sprach Bände – trotzdem fragte Rancid was los war. Die Antwort war ernüchternd: Es hatte sie mehr Überzeugungsarbeit gekostet als gedacht und sie hatte es nicht geschafft ihre Schwester vom Primogen zu trennen. Er kam also ebenfalls mit.
„Na toll, geballte Firepower! Und jetzt?"
Rancid war definitiv not amused. Timea ging es ähnlich, aber nach kurzem Überlegen beschlossen sie, es trotzdem zu versuchen. Immerhin stand es drei gegen zwei und im Gegensatz zu ihren Opfern waren sie vorbereitet. Dazu kamen noch Timeas Kraftvorteil und der Überraschungseffekt. Der Plan war nicht perfekt, aber er hatte Hand und Fuß â€“ außerdem gab es jetzt kein Zurück mehr: Sie kamen.
Der Primogen der Brujah betrat das WC, gefolgt von seinen beiden Clansgenossinnen und stand etwas ratlos vor den Kabinen. Sichtlich unberührt von der frischen Blutlache, welche unauffällig, aber deutlich als solche erkennbar, unter einer der Türen hervorschaute stand er neben Trinitys Schwester. Trinity selbst stand ihm gegenüber, näher am Eingang. Rancid, selbstverständlich verdunkelt, stand zwischen den beiden als Opfer vorgesehen Vampiren und wurde sichtbar, als er begann eine seiner besonderen Fähigkeiten auszuspielen: Er sang das Lied der Ruhe.
Ein betörender und hypnotischer Gesang, dessen Klänge die Opfer in eine halbschlafähnliche Lethargie versinken ließ. Sicher, es kam auf die Empfänglichkeit der Zuhörer an, aber es funktionierte in diesem Fall bestens: Die beiden Brujah waren so entspannt wie man nur sein kann und wehrten sich nicht, als Timea und Rancid ihren Angriff starteten – zumindest nicht sofort.
Rancid startete ohne Umschweife in die Offensive: Er rammte einen Holzpflock welchen er in seinem Ärmel verborgen hatte in das Herz von Trinitys Schwester und landete sogleich einen Volltreffer. Sie brach wehrlos zusammen.
Timea führte einen mächtigen Schlag gegen den Grafen aus, allerdings war dieser nicht so leicht unterzukriegen wie seine Gefährtin: Beinahe mühelos parierte er den Schlag und zog einen Säbel unter seinem Mantel hervor.
Rancid hatte einen weiteren Pflock hervorgezaubert und wollte ihn dem Grafen in den Rücken rammen, doch noch während er ausholte flog die Eingangstür auf und eine Maschinenpistole wurde blind in den Raum abgefeuert.
Getroffen taumelte Rancid zurück. Was ging hier vor – war etwa noch ein Team auf den Auftrag angesetzt???
Er überwand seinen Schrecken und wollte wieder auf den Grafen losgehen, welcher ebenfalls getroffen worden war. Doch was jetzt geschah ließ sein untotes Blut erneut gefrieren:
Ein sauber gezielter Schlag hämmerte ihn an die Wand:
Trinity!
Konnte es wahr sein?! Aber ein Blick auf die Tür aus der es immer noch Kugeln hagelte zerstreute alle Zweifel als im Feuerschutz der Maschinenpistole der Prinz den Raum betrat: Trinity hatte sie verraten!
Wieder steckte Rancid einen Treffer ein, aber er spürte ihn nicht einmal:
„Du verdammtes verräterisches Dreckstück!!!" brüllte er und ging wie ein Wahnsinniger auf Trinity los. Der Graf streifte seinen Rücken mit seinem Säbel, aber es war nur eine kleine Fleischwunde. Rancid verpasste Trinity mit der Rechten einen Körpertreffer mit aller Kraft, während er mit der Linken sein Jagd- und Kampfmesser zog. Er nutzte den Schwung des ersten Schlages und presste das Messer mit beiden Händen gegen ihre Kehle.
„Egal was passiert, DU bist tot!!!" zischte Rancid ihr ins Ohr während er das Messer immer tiefer in dem Hals der röchelnden Trinity trieb und ihm der Blick in ihre angesichts des Todes weit aufgerissenen Augen tiefste Befriedigung verschaffte. Jedoch sollte ihm die Befriedigung ihres Todes nicht vergönnt sein. Mit letzter Kraft gelang es ihr, Rancid wegzustoßen – genau in die Arme des Grafen, welcher keine Zeit verlor. Ein mächtiger Schlag sandte Rancid im Flug gegen eine WC-Kabine, deren Tür nahezu widerstandslos zerbrach. Die Schmerzen machten sich in seinem geschundenen Körper nun bemerkbar. Sein Gegner war ungeheuer stark. Aber in der Sekunde des Fluges erhaschte Rancid einen Blick auf das Geschehen um ihn herum.
Timea kämpfte mit dem Grafen und Michel de Saint-Claire, im Eingang stand immer noch der MP-Schütze und dahinter drängten sich noch mehr Personen. Zweifelsfrei Vampire. Im Aufstehen aktivierte er den Upstream seines PDA. Das konnte jetzt hart werden. Aber wenigstens die Verräterin musste er mitnehmen! Timea konnte ihm nicht mehr helfen. Ein weiterer Schlag gegen Trinity ging ins Leere, als der Graf ihm einen brachialen Genicktreffer mit dem Knauf seines Säbels verpasste und er ein weiteres Mal zu Boden ging. Benommen bekam er nur noch mit, wie er auf die Füße gerissen und an den Oberarmen wie in einem Schraubstock festgehalten wurde. Trinity hob einen Pflock auf, rammte ihn in Rancids Herz – und traf.
Doch diesmal war Rancid an der Reihe zu grinsen. Mit einer Mischung aus Überraschung und Panik zerfiel der Pflock vor ihren Augen zu Staub. Eine offene Rechnung mit einem Tremére rettete die Nacht – für den Moment. Er sandte Trinity mit einem Tritt in die nächste Wand doch im nächsten Moment musste er vor Schmerzen aufschreien als er einen Vampirischen Biss ins Bein erhielt – scheinbar hatte Trinity zuvor ihre Schwester erlöst. Und auch der Graf ließ sich nicht lumpen und verpasste Rancid einen Kopfstoß von hinten ohne einen Millimeter nachzugeben. Durch den Nebel seiner Sinne sah er Trinity und ihre Schwester vor ihm aufstehen. Ihre Gesichter waren direkt vor ihm und als sie zugleich ihre Münder öffneten und die rasiermesserscharfen spitzen Eckzähne entblößten klärte sich Rancids Bewusstsein: Er würde hier und heute sterben.
Aus dem Augenwinkel sah er Timea zu Boden gehen und die Augen schließen. Er griff in seine Tasche und wollte ein kleines Päckchen in der Manteltasche des Grafen versenken. Doch er war am Ende seiner Kraft. Er ließ es zu Boden fallen und die Schwestern bemerkten, dass er irgendetwas vorgehabt hatte. Trinity bückte sich und steckte das graue, knetgummiartige Etwas – vermutlich in Erwartung irgendeines Wertes – in die Tasche. Trotz des schier unendlichen Schmerzes musste Rancid lachen.
Die Schwestern bauten sich ein weiteres Mal vor ihm auf um ihm die tödlichen Bisse beizubringen und die Domänenmitglieder drängten förmlich in den engen Raum.
Er sah ihre erstaunten Blicke als er zu lachen begann, während sich acht tödliche Zähne in seinen Hals bohrten.
Und dann wurde es schlagartig dunkel. Er wusste, dass dies das Ende war – doch er wusste auch dass es nicht die Bisse gewesen waren als er lächelnd starb…
Von einer Sekunde auf die andere verwandelte sich die Szenerie in ein flammendes Inferno. Mit einem ohrenbetäubenden Knall, welcher in unmittelbarer Umgebung sogar Fensterscheiben zu Bruch gehen ließ und jedem Beteiligten schwerste Wunden zufügte zündete die faustgroße Ladung C4-Sprengstoff, welche Rancid für genau diesen Fall aus seiner Behausung geholt hatte.
Das Parkhaus stürzte teilweise ein und verwandelte das WC und angrenzende Bauwerke in Trümmerhaufen. Ein Teil des Marktplatzes unter welchem die Ladung explodiert war stürzte ein und es gelang den anwesenden Vampiren nur mit Mühe, sich aus den Trümmern herauszuschälen. Immerhin, sie hatten den Sabbat ein weiteres Mal besiegt. Oder zumindest eine lokale Zelle. Das glaubten sie wenigstens.
Wäre Rancid noch am Leben gewesen hätte er sich vermutlich schwarz geärgert: Trinity hatte entgegen allen Gesetzen der Physik und Metaphysik überlebt – wenn auch schwerstverletzt. Sie wurde mitsamt den anderen Verletzten und Schwerverletzten ins Elysium gebracht.
Wenngleich Rancid in dem Glauben gestorben war welche zu verursachen: Tote hatte es keine gegeben. Ironischerweise hatte er dem Grafen als lebendes, oder besser halbtotes Schutzschild gedient. Dieser war nämlich als einziger nahezu unverletzt davongekommen.
Aber auch Timea hatte schwerstverletzt überlebt. Sie wurde ins Prinzenzimmer gebracht wo über ihr Schicksal und das von Trinity, welche auch dorthin gebracht worden war entschieden werden sollte.
Im Elysium dagegen war man geschockt. Es wurden die Ereignisse für diejenigen die nicht dabei gewesen waren noch einmal rekapituliert. Jedoch war man sich einig, das man etwas in der Art sicher vermutet habe, die Beteiligten Personen und die Art und Weise dieses Ereignisses so jedoch in keinster Weise erwartet hätte.
Zur gleichen Zeit wurde im Verhandlungsraum des Prinzen Timea wiederbelebt – mit Blut von Sarus. Immer noch benommen sah sie sich um:
„Ich bin verwirrt – aber keinesfalls überrascht!" sagte sie und setzte sich auf. Ihr gegenüber saß der Prinz, zu seiner Rechten Sarus. Rechts von Timea hatte sich der Graf, links von ihr Michel aufgebaut. Sie wusste nicht ob sie sie fürchteten. Aber sie glaubte es – spätestens nach diesem Kampf.
„Dann sind ja alle beisammen – Sarus mein guter Freund, jetzt habt ihr endlich was ihr euch schon so lange wünscht, nicht wahr?"
Mit diesen Worten grinste sie Sarus an. Dieser hatte ihr bereits an mehr als einer Gelegenheit versprochen ihrem Tode beizuwohnen und nach Möglichkeit dazu beizutragen.
Umso überraschter und belustigter war Timea, trotz ihrer wahrhaft hoffnungslosen Situation welche nach vermutlich eingehender Folter mit ihrem Tod enden würde, als sie erfuhr dass sie ausgerechnet durch Sarus Blut zurückgeholt worden war – sie konnte nicht anders und musste kurz lachen.
Dann fiel ihr Blick auf die fast-Leiche von Trinity, der Verräterin.
In der irrigen Hoffnung auf Vergebung der Camarilla hatte Trinity sich dem Prinzen anvertraut. Nachdem sie, wie es Rancid im Ansatz bereits vermutet hatte – dem Gedanken aber fatalerweise nicht nachgegangen war – kalte Füße bekommen hatte.
Timea machte ihrer Wut über das „Dreckstück" mit allem Luft was sie hatte, während Michel und der Graf sie mit einem Schneidbrenner bearbeiteten um Informationen über die Sabbat-Aktivitäten in Schwabach herauszufinden.
Aber Timea blieb hart. Ihr Wahnsinn war stärker als jede Folter und sollte sie noch so lange währen. Immer wieder heilten und verstümmelten sie Timea und ließen die Grenzen zwischen ihnen und den Angehörigen des Sabbat immer mehr verschwimmen, bis sie es schließlich aufgaben und beratschlagten was als nächstes zu tun sei.
Doch Timeas Wahnsinn war nach wie vor jenseits jeder Vorstellung und die unerträglichen Schmerzen der Stunden unter der gründlichen, peinlichen Folter ihrer erfahrenen und routinierten Peiniger hatten etwas entfesselt, was nicht einmal ihnen in ihren kühnsten Träumen vorstellbar gewesen wäre.
Als sie einen weiteren Blick auf ihr Opfer warfen traf es sie wie ein Blitzschlag – auf einen nach dem anderen griff der Wahnsinn wie ein Schreckgespenst aus den dunkelsten Tiefen ihrer Psyche nach ihrem Geist und gab ihnen zehnfach zurück was sie ihr zuvor antaten. In verzweifelter Panik schreiend rannten die Folterer und alle anderen Anwesenden aus dem Raum und kauerten wimmernd in den Ecken des Elysiums unter den verwunderten Augen der restlichen Mitglieder der Domäne.
Timea lachte. Aber es war kein Lachen des Triumphes. Es war Rancids Lachen. Unterbewusst erinnerte sie sich daran wie sie es ohnmächtig vor der Explosion vernommen hatte.
Sie hatte ihre Peiniger vertrieben. Niemand würde sie anrühren. Sie könnte unbehelligt aus dem Elysium spazieren und niemand könnte ihr etwas anhaben – aber auch sie hatte den Preis für ihren Wahnsinn bezahlt.
Sie lachte Rancids Lachen des Todes. Sie hatte es geschafft – mit ihrer letzten Kraft.
Sie schloss die Augen. Sie hatten sie nicht bekommen. Sie würden sie niemals kriegen…
„Dimitri…"

Tobsucht

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #2 am: Juni 25, 2008, 22:23:46 Nachmittag »
Schick schick

Das Potenziall ist da und ich hoffe das du weiter daran arbeitest. Du weisst ja das ich Fussnoten liebe, nur hier wird das ganze etwas schwieriger. da die Story eher als Teil eines Ganzen anmutet. Ich fände es toll, wenn du dir vielleicht mal die Mühe machst (das geht antürlich nur wenn einem die Muse küsst) und wenigstens ein Pre- & Sequel dazu machen würdest oder das ganze als einen "Tagebuch-Blog" im Netz veröffentlichen würdest. Das würde mir persönlich sehr gut gefallen. Man könnte quasi mitfiebern und gespannt sein auf den nächsten Eintrag. Vielleicht auch in der stillen Hoffnung das die Charaktere Timea und Rancid mal etwas weiter ausgeleuchtet werden. Das derzeitig einzige Problem was ich habe ist, daß mir als nicht-profunder Kenner der Vampire-Masquerade einige Sachen nicht erschliessen oder besser gesagt fehlt mir schlicht weg das Hintergundwissen dazu. Bin erst seit kurzem bei mich in Vampire-The Masquerade reinzulesen. Da ich aber den Background zu Vampire sehr Aufregend finde, kann ich natürlich nur eines sagen. Bitte mach weiter!

zwei Daumen hoch, von tobsucht  :-D


Violet

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #3 am: Juni 25, 2008, 23:25:24 Nachmittag »
hi tobsucht,

zunächst mal danke für den comment, ich hoffe, das noch viele folgen werden.

die idee mit dem tagebuch-artigen blog ist gut, ich werde das ins auge fassen. allerdings für eine andere storyline, da bei dieser das ende leider schon bekannt ist.


Beachten Sie:

als altes vampirkarnickel nimmt man manche dinge für selbstverständlich (eine unart, die ich in meinen shadowrun romanen bereits abzustellen versuche). daher greife ich deinen vorschlag direkt auf und kündige hiermit für die kommenden tage ein erklärendes prequel für dieses finale einer chronik, die zwei ziemlich bitteren vamps das unleben kostete.

lg
Violet


Violet

  • Gast
Prequel Teil 1
« Antwort #4 am: Juni 26, 2008, 00:21:27 Vormittag »
Um die Geschichte für Außenstehende verständlich zu machen, muss ich zunächst ein paar Grundregeln erklären. Liebe Profis: Ich vereinfache um nicht vom hundertsten ins tausendste zu kommen, daher seht mir kleinere Ungenauigkeiten nach. Solltet Ihr grobe Schnitzer finden, schreibt am besten einen Kommentar 

Die Dark World ist wie unsere heutige Welt, nur das man problemlos mit Handgranaten werfen kann, ohne das gleich ein globaler Zwischenfall daraus wird. Mit SEK und Konsorten muss man aber dennoch rechnen. In dieser Welt befinden wir uns.
Wir sind Vampire. Als Kinder Kains werden wir auch Kainiten genannt. Unser oberstes Ziel ist es, unsere Existenz vor den Menschen zu verschleiern. Wir nennen dieses Ziel: die Maskerade. Es ist die erste und wichtigste Tradition und ihr Bruch wird schwer bestraft. Wir schließen uns zusammen in regionalen Verbünden, den so genannten Domänen. Das Hauptquartier nennt sich Elysium und der Prinz ist absoluter Herrscher mit dem Recht zur Vernichtung. Sprich: Er hat die Lizenz zum Töten – bloß das das bei Vampiren etwas witzlos ist, darum nennen wir es anders. Es gibt auch höhere Gremien aber die scheren sich erst um uns, wenn wir als Domäne in unserer Gesamtheit negativ auffallen. Durch die Maskerade schützen wir die Menschen vor uns und uns vor Ihnen. Ja, wir trinken ihr Blut und versklaven einige von ihnen indem wir ihnen unser Blut zu trinken geben und sie so zu uns ergebenen Ghoulen machen. Aber wir achten ihr Leben und fristen unser Unleben, das wir „den Fluch“ nennen, in den Schatten. Wir sind die Camarilla!
Unser erbitterter Feind nennt sich selbst: Der Sabbat. Wir stehen ständig mit ihm im Krieg. Es gibt große Schlachtfelder, wie beispielsweise Frankfurt, in welchen erbitterte Kämpfe stattfinden. Anders dagegen ist es in den von der jeweiligen Sekte kontrollierten Gebieten. Hier sind von Seiten der Camarilla gelegentlich Kommandounternehmen gegen den Sabbat zu verzeichnen. Der Sabbat geht gegen die Camarilla anders vor. Sie siren (beißen, geben „den Kuss“, erschaffen) einfach im Zielgebiet viele neu-Vampire und schicken dieses Kanonenfutter los. Die Überlebenden werden „weiterverwendet“ bis sie genügend Kampferfahrung gesammelt haben. Diese Auswahlverfahren gehen so lange, bis sie eine ausreichend schlagkräftige Truppe zusammen haben um ihr eigentliches Ziel in Angriff zu nehmen. Diese Taktik erfordert das unkontrollierte Erschaffen – dieses ist in der Camarilla streng verboten. Daher müssen wir ständig auf der Hut sein und Sabbat-Zellen sofort ausheben und die Urheber vernichten. Ansonsten ist ihre Überlegenheit nur eine Frage der Zeit. Wer unser Gegner ist?
Der Sabbat ist eine Horde grausamer unzivilisierter Verbrecher. Sie töten zum Vergnügen und scheren sich einen Dreck um die Maskerade. Man sagt, sie hätten sogar bereits versucht, neue, schlagkräftigere „Rassen“ von Vampiren zu züchten. Sie betrachten Menschen als Vieh und glauben, die Herrschaft über die Erde gebühre allein den Verfluchten. Doch keiner von Ihnen verschwendet einen einzigen Gedanken daran, das sie damit nicht nur den Tag zum Tode verurteilen, sondern sich damit selbst das letzte bisschen Menschlichkeit, das Ihnen geblieben ist, rauben.
Menschlichkeit…das waren noch Zeiten. So wie jeder Mensch schlechte Eigenschaften hat, einen kleinen Mann im Ohr hat, einen Dämon, was auch immer: Wir haben das Tier. Viele von uns wissen nicht einmal was von dem Tier das Ihnen innewohnt, aber unter bestimmten Umständen kommt die unkontrollierte katalysierte Grausamkeit des Raubwesens, welches wir sind zum Vorschein und übernimmt die Kontrolle über unser Handeln. Diesen blutigen Pfad zu Verlassen ist schwer und kostet enorme Willenskraft. Aber jeder muss ihn irgendwann beschreiten – eine der schwersten Prüfungen im Laufe unseres Daseins.
Mit der Zeit entwickelten sich verschiedene Clans. Unter anderem die adligen Ventrue, die künstlerischen Toreador, die geisteskranken Malkavianer, die grausam entstellten Nosferatu, die naturverbundenen Gangrel, die temeramentvollen Brujah oder die Blutmagier: die  hierarchiefanatischen Tremere. Diese Clans entwickelten verschiedene Spezialfähigkeiten. Neben den Vampirischen Grundfertigkeiten wie übermenschlicher Kraft und schneller Heilung, gibt es aber noch verschiedene andere, ungleich mächtigere Eigenschaften. Das Verschwinden vor dem sehenden Auge gehört dazu. Superscharfe Sinne, ausfahrbare Wolfsklauen ala Wolverine von den X-Men, Matrix-Style Bewegungsgeschwindigkeit, Körperkraft wie Hulk oder „Das Ding“ oder die Kraft der Überzeugung sind nur einige Beispiele. Die Tremere sind die einzigen, die eine Form der Magie verwenden. Tatsächliche Magier und Wesen, welche Magie verwenden sehen die Blutmagie als frevelhaft an, aber die geheimnisumwitterten Tremere sehen das verdammt anders. Feuerbälle, Wassersäulen, schwebenden Autos und Blitze aus heiterem Himmel gehen für gewöhnlich auf Ihr Konto. Aber auch magische Gegenstände sind ihr Metier. Wer einen Vampir töten will, muss ihm seinen Kopf abschlagen. Oder aber – wenn man es etwas klassischer angehen will: es muss ein Holzpflock ins Herz des Betreffenden gebohrt werden. Technisch gesehen ist der Vampir dann nicht tot, aber „gestaked“ und damit immobilisiert. Wer jedoch in die Verlegenheit kommt gestaked zu werden, ist in der Regel auf irgendeiner Abschussliste, daher… Die Temere haben zum Bleistift ein nettes Spielzeug erfunden. Sieht in etwa aus wie ein drittel eines Zahnstochers, aber hinter diesem unscheinbaren Gegenstand steckt große Macht. Solange ein Vampir dieses Stück Holz unter seiner Zunge hat, wird der nächste Pflock, der sein Herz trifft, einfach zu Staub zerfallen. Und das ist noch eines der kleinsten Spielzeuge, das die Typen draufhaben.
Apropos Abschussliste: es gibt da auch noch die Inquisition. Sagt euch Van Helsing was? Ja, so in der Richtung…obwohl…John Carpenters „Vampires“ es da schon etwas eher trifft.
Hatte ich erwähnt, das wir bei Sonnenlicht draufgehen? Also nicht sofort, je nach dem wie viel wir aushalten schaffen wir es schon ein paar Sekunden, danach ist allerdings Ruhe im Karton.
Es geht hier um die Domäne Schwabach. Eigentlich war es die Domäne Ansbach, aber irgendso ein dämlicher Dämon namens „Seuchenbringer“ fand es irre komisch, das Trinkwasser der Menschen zu vergiften. Den Menschen hat es nichts ausgemacht, es gab ein paar Todesfälle aufgrund allergischer Reaktionen, aber wer achtet schon auf so was? Naja, wir haben ihn nicht gestoppt als wir die Chance dazu hatten. Erst, als immer mehr Menschen auftauchten, die unseren Durst nicht mehr stillen konnten begriffen wir, was passiert war. Er hatte mit seinem Gift im Trinkwasser der Stadt das Blut ungenießbar gemacht. Zu allem Überfluss tauchte er bei der letzten Versammlung sogar im Elysium auf und niemand vermochte ihn aufzuhalten. Er warf den Prinzen einfach aus dem Fenster und begann, uns zu verhöhnen. Wir konnten uns nicht rühren und verspürten nur noch einen Wahnsinnshunger. Die darauf folgende unschöne Szene war untermalt von dem Lachen des Dämons der uns mit Wonne dabei zusah, wie wir uns gegenseitig abschlachteten. Nicht viele überlebten dieses Desaster. Der Prinz hatte Glück im Unglück und gründete mit dem verbliebenen Rest eine neue Domäne in Schwabach. Hier stieß ich zu der Domäne.
Rancid der Nosferatu.

Hier soll es an dieser Stelle genug sein. Ich werde euch beim nächsten Mal mehr berichten. Ich wünsche euch eine angenehme und erfolgreiche Nacht.
« Letzte Änderung: Juni 26, 2008, 06:44:57 Vormittag von Violet »

Violet

  • Gast
Inside Vampire: "Rancid" - Nosferatu
« Antwort #5 am: Juni 26, 2008, 00:29:57 Vormittag »
Lesen Sie heute in "Inside Vampire":

RANCID
– Geburt eines Mythos –


präsentiert von Ihrem freundlichen Gastgeber: VIOLET

Im beginnenden 20. Jahrhundert erblickte ein kleiner Junge namens Richard Fox in Westminster das Licht der Welt. Während um ihn herum das Empire zerfiel und der Erste Weltkrieg (an welchem er dank seiner wohlhabenden Eltern nicht teilnehmen musste) tobte, studierte er mit wachsendem Interesse die neuesten elektrischen und später elektronischen Technologien.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, gab es auch für ihn kein Entrinnen – er wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Doch gelangte er nie an die Front. Die britische Militärführung hatte schon im Vorfeld erkannt welche Fähigkeiten der inzwischen promovierte Elektrotechniker hatte.

Er befasste sich für den Rest des Krieges mit der Entwicklung von Rechenmaschinen und dechiffrierte feindliche Codes. Das Knacken von Codes wurde schließlich sein Spezialgebiet, während er die entstehende Computer-Technik nicht mehr selbst entwickelte sondern sich nur noch am Puls der Zeit hielt. Er schien eine besondere Gabe für die Entschlüsselung geheimer Botschaften zu besitzen. Dies gab den Engländern einen immensen Informationsvorsprung und wenn der Diebstahl der ENIGMA von den Deutschen nicht geklappt hätte, wäre es nur eine Frage von ein-zwei Wochen gewesen – Richard „Cracker“ Fox (wie er inzwischen genannt wurde) hätte die Maschine überflüssig gemacht.

Er war berühmt innerhalb seines Departments, er trug viel zum Ruhm des legendären Britischen Militärgeheimdienstes bei und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Jedoch konnte er mit niemandem darüber reden. Seine Familie war einem Deutschen Raketenangriff zum Opfer gefallen und für eine Frau hatte er Zeit seines Lebens keine Zeit.

Nun war der Krieg vorbei und während um ihn herum alle nach Hause gingen und anfingen, ihre zerstörten vier Wände wieder aufzubauen, stellte Dr. Richard „Cracker“ Fox fest, das die aufblühende Technik, obwohl inmitten einer zerstörten Welt, die einzige Familie war, die ihm blieb.

Angewidert vom Ergebnis des Krieges, welches er maßgeblich beeinflusst hatte, nahm er seine stolze Abfindung, zog das elterliche Vermögen aus der Schweiz ab und ging nach Amerika um dort wieder zu forschen. Codes gab es keine mehr zu knacken, also wollte er weiter an der Entwicklung von Rechenmaschinen forschen.

Als er schließlich einige Zeit an der University of Washington, an welcher er sogar einen Lehrstuhl bekam, geforscht hatte, wurde auf einmal eine andere Organisation auf ihn aufmerksam: Die CIA. Allerdings machten sie einen Denkfehler.

Sie hatten natürlich herausgefunden, welches Genie sie hier ausgegraben hatten, aber der Einstellungstest der CIA – ohne Wissen der Testperson eine ausweglose Situation zu provozieren aus welcher man tot oder als Agent entkommt – war für einen 50-jährigen einfach zu anstrengend. Die als rachsüchtige Ex-SS-Männer getarnten Agenten erwischten ihn und begannen ihn mit scharfen Schlagringen zu verprügeln und stießen ihn mit dem Gesicht voran in einen Fernsehbildschirm. Er hatte keine Chance.

Normalerweise ist die Sache hiermit erledigt, aber dieses Mal sollte es anders kommen. Als Richard erwachte lag er auf einer Liege in einem dunklen Raum. Dennoch konnte er erstaunlich gut sehen. Eine Katze saß an der Tür und zwinkerte ihm zu. Er sah an sich herunter:  Er trug eine schwarze Uniform mit einer USF Plakette – er drehte sie um und erkannte den Schriftzug „Undead Special Forces“.

Doch bevor er anfangen konnte sich zu wundern sagte zu seinem Erstaunen die Katze: „Stell deine Fragen dem Meister doch selbst. Komm und folge mir.“ Sie glitt zur Tür hinaus und Richard folgte ihr. Er kam durch einen langen Gang schließlich in ein großes Büro. Dort standen sechs sehr bekannt aussehende Männer – ebenfalls in USF Uniformen – und an einem Schreibtisch saß ein großer Mann mittleren Alters. Scheinbar eine wichtige Persönlichkeit.

Er stellte sich als Chef und Sire der USF heraus. Er klärte mit Richard alle Fragen und letztendlich war es Richard sogar Recht, von der CIA mit modernsten Mitteln ausgestattet zu werden und wieder einmal Codes zu knacken. Ein Vampir zu sein machte ihm nicht so viel aus, es gab ihm mehr Zeit. Allerdings hegte er einen Groll gegen seine Angreifer, welche ihn für alle Ewigkeit entstellt hatten.

Das ging solange gut, bis der Sire der USF auf mysteriöse Weise bei einem Einsatz in Afghanistan in den beginnenden 70er Jahren plötzlich verschwand. Seine Kinder stritten so heftig um die Nachfolge, das viele von ihnen getötet wurden als der Kampf im hermetisch abgeriegelten Bunker begann. Seine „Freunde von damals“ sah er nie wieder. Richard „Cracker“ Fox wusste das er sein Unleben neu ordnen musste, aber er hatte gelernt mit seinen Fähigkeiten umzugehen.

So zog er sich nach Europa zurück und befasste sich mit einem der Unfassbarsten Facetten der Kriminalität, welche sich langsam ihren Weg in die vernetzte Welt erschloss: CYBERCRIME – Diebstahl, Handel und/oder Selbstnutzung von Information. Der beste Beruf für einen Vampir: Hacker! Richard „Cracker“ Fox war nun endgültig tot. Sein Leichnam ging online –

und sein Name war: RANCID

Tobsucht

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #6 am: Juni 26, 2008, 10:00:36 Vormittag »
na des passt doch.

Schön, das du dich meiner kleinen Tips angenohmen hast. Die Einleitung ist Verständlich und öffnet einen Unwissenden die Augen. Die zweite Story,  bietet ein soilde Grundlage für Weiterführendes. Ich weiß nicht ob es an der Uhrzeit gelegen hat in der du es geschrieben hast oder an mir weil ich scheinbar einen mehrseitigen Text erwartet habe.  :wink: Du hast in den letzten fünf Absätzen die Möglichkeit gehabt gut 2-3 Nebenstränge auszuarbeiten. Die Frage warum/wieso/weshalb die Nazi-Agenten ihn umbringen wollten bleibt etwas undurchsichtig. Vielleicht hat er Irgendwelche Geheimnisse mitgenohmen die in späterer oder naher Zukunft noch von Interesse sein könnten (vielleicht ein eingefangener Dechiffriercode den er damals aus Angst oder vielleicht weil er Ihn als zu Unglaublich empfand, einfach unter den Tisch fallen lies oder ...)?  Zum zweiten, wie ist es zum Verschwinden des Sire in Afghanistans gekommen? Was war der Auftrag? Und wie konnte es dazu kommen, daß eine militärische Einheit Disziplin und eine gwisse Gruppenhierarchie vermissen lässt, um sich nach dem verschwinden den Chefs, gleich selbst zu Dezimieren? Und zu guter letzt. Wie konnte er in Europa/Deutschland fussfassen?

Wie gesagt der Ansatz ist toll, aber es geht garantiert noch besser. Und ich weiß, das du das kannst. (siehe "junx"). Vielleicht willst du dir auch einige Sachen offen lassen. Wer weiß, wer weiß. Ich finde es zumindestens toll das du mit deinen Werken in die Öffentlichkeit gehst. Achso ich würde mich tierisch freuen, wenn du mir deine erweiterte Fassung mal zusenden könntest.

P.S.: Ich hoffe das Cover zu Rancid ist angekommen. Falls du dir etwas anderes wünscht ist das natürlich machbar. Dachte nur das es vielleicht ne nette Sache wäre das ganze mit einem Layout zu versehen. Du könntest auch das ganze als PDF-download anbieten. Und mit ner hübschen Aufmachung, geht so was immer. Wenn nicht bin ich dir auch net böse. War nur so eine kleine Spielerei/Spinnerei von mir. Also lasse es dir mal durch den Kopf gehen.

herzlichen Dank, der Tobe  :-D

Violet

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #7 am: Juni 26, 2008, 16:12:20 Nachmittag »
Hi Tobsucht,

zunächst mal Danke für das coole Cover, ich habs gleich mal angehängt  :-D

Der "Inside Vampire" ist hauptsächlich für den groben Hintergrund, damit man mal weiß wer Rancid eigentlich ist. Ich habe mir hier die Türen zu den Einzelheiten einmal offen gelassen, weil ich mich zunächst auf die Geschichte in Schwabach konzentrieren möchte. Aber dein Hinweis macht ein Kapitel über Rancids Vorgeschichte (obwohl man das Ende kennt) wieder etwas attraktiver.

Und ja, ich befürchte es war die auch die Uhrzeit - allerdings spare ich mir diese Ausrede lieber noch etwas auf, wer weiß was da sonst noch so kommt.

Bis dann, ich bemühe mich um zügige Fortsetzung!

Greez
R1Zz0




PS: Sagt mal, liest außer Tobsucht überhaupt jemand den Kram hier? Ich meine, wenn ja, dann gebt mal laut. Ich hab noch Stoff für nen Haufen andere Threads :-)
Speziell einen, welchen ich euch demnächst gerne upon request vorstellen würde - geht etwas in die Richtung absurd. Eines der wenigen komischen Werke aus meiner Feder.

Violet

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #8 am: Juni 28, 2008, 01:44:39 Vormittag »
Tja, meine verehrte Leserinnen und Leser...besonders die Leserinnen...haha...widersteht dem Abscheulichen! Das ist eine der amüsanteren Sachen so als

Nossi (Nosferatu). Du bist alles was du Zeit deines Lebens verachtet hast und dennoch - wenn du Ihnen die Essenz (das Blut) raubst, fühlen sie sich

wie im Angesicht des Herrn. Oder zumindest haben sie einen Orgasmus - kommt in den meisten Fällen ähnlich selten vor.
Aber ich habe meinen Hunger bereits gestillt. Ich war auf einer Party...ja, es gab da eine besonders schmackhafte junge Dame. Von Leidenschaft für

mich unter meiner Maske (Verschwinden vor dem Sehenden Auge kann auch bedeuten, das man sein Gesicht - nur das Gesicht - verändern kann) und der Liebe

zu Ihrem Freund zerrissen schmeckte sie wie scharfe Bitterschokolade auf Zitronensorbet.
Dabei ist sie so süß... Schade das Liebe so vergänglich ist wie ein Atemzug. Das Alter, meine Freunde, das Alter...

Hier stieß ich also zur Domäne Schwabach - es waren Zeiten des Umbruchs. Gerade hatten einige sehr alte Vampire die Domäne verlassen. Die Gründe

wurden mir nie bekannt, aber es schien mit dem Konflikt der anderen jeseits des Flusses zusammenzuhängen.
Man sprach in dem Zusammenhang immer nur von "den Anderen". Es schienen sehr alte Einwohner der Stadt zu sein, aber der Bann des jenseitigen

Stadtteils wurde kurz nach meiner Ankunft aufgehoben. "Die Anderen" hatten offenbar den alten Prinzen zu sich geholt und ein neuer Herrscher wurde

auserkoren. Ein Ventrue. Wer sonst...
Mir war es egal. Als Neuling in der Stadt wird man zunächst einem Älteren unterstellt, welcher für einen bürgen muss. Für gewöhnlich ist dies der

Primogen (Clansältester). In meinem Fall war dies Claudia von Rotmond - eine geheimnisvolle Frau, selbst für unseren Clan.
Ich erfuhr nicht viel von ihr. Sie verschwand direkt nach unserem Treffen und ich war auf mich allein gestellt.
Widerwillig verlieh mir der Prinz die Bürgerwürde und ich lernte Timea Cazari kennen.
Timea...eine Malkavianerin. so wahnsinnig wie grausam hütete sie das Andenken der Kinder Malkavians und wurde ob ihrer Art und ihres Wahnsinns

gefürchtet, gehasst und geachtet.
Ich traf sie in Trauer. Einer Ihrer Clansgenossen - Alain Roche - ein mächtiger Malkavianer und enger Vertrauter von ihr, war kurz vor meiner Ankunft

von den Anderen vernichtet worden. Ich begann Zeit mir ihr zu verbringen.



to be continued...
« Letzte Änderung: Juni 28, 2008, 01:46:15 Vormittag von Violet »

Tobsucht

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #9 am: Juni 28, 2008, 07:15:52 Vormittag »
Nicht schlecht. Schön zu sehen das du nicht nicht unbedingt auf einen Schreibstil festlegst. Das ganze in einzelne Absätze zubringen verleiht dem ganzen eine gewisse Dynamik. Daumen hoch für dieses kleine, aber feine werk.

P.S.: hmmmm, zitronensorbet mit bitterschoki. lechz.  :-P Danke für die Vorgabe, werde mir heute mal was anrühren.

gruß Tobe

Violet

  • Gast
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #10 am: Juni 30, 2008, 22:40:35 Nachmittag »
Verehrte Leser,

ich bin zutiefst beschämt, ob der unregelmäßigen Fortsetzungen. Unbill langer Tage in der Stätte der Wissenschaft welcher ich mich ergebe, die obligatorischen Klausuren und die Leibesertüchtigung reißen Löcher in mein Calendarium, welche zu stopfen ich nicht immer im Stande bin.

Ich bitte untertänigst um Aufschub und gelobe, die Geschichte alsbald fortzusetzen.

Hochachtungsvoll,
Rancid

Violet

  • Gast
Re: RANCID - eine Geschichte aus der Welt von "Vampire - the Masquerade"
« Antwort #11 am: Juli 03, 2008, 19:57:25 Nachmittag »
Timea...
Geschätzte Freundin, erbitterte Rivalin. Ich erfuhr nicht viel über ihre Vergangenheit. Dafür umso mehr über ihre Gegenwart. Ihr Leben hatte in ihr den Wahnsinn geweckt und sie der Tradition Malkavians anheim fallen lassen. Sie kannte keine Angst und war seit meiner Verwandlung die einzige, die sich nicht angewidert abwandte, wenn sie mein wahres Gesicht sah.

Im Gegenteil.

Mein Äußeres weckte Dinge in ihr, die Jahre, oder gar Jahrhunderte hatten schlafen müssen. Ich dagegen fand etwas ganz anderes an ihr. Alles auf dieser Welt, besonders unser Verhalten, ist ein Code. Diesen zu entschlüsseln ist eine der größten Herausforderungen der Welt.

Ich hatte viele entschlüsselt, wie ich Zahlen, Zeichen, Töne und alles mögliche noch entschlüsselt hatte. Timea dagegen, war ein Mysterium. Sooft ich mit ihr zusammen war, sooft ich sie auch beobachtete, ihr in finsteren Kellern die Fesseln anlegte, oder zusammen mit ihr das Leben einer anderen signifikant verkürzte…es gelang mir kein einziges Mal auch nur eine einzige Regel in ihrem Verhalten festzustellen. Sie war mein Enigma.

Die Domäne Schwabach war aber auch für sich ein Kuriosum. Außerdem sehr Brujah und Tremere lastig. Timea und ich waren Einzelstücke.

Die Brujah waren alle irgendwie verwandt, hatte ich das Gefühl. Bis auf Ihren Chef, den Grafen. Ein ziemlich alter Vampir – weiß der Geier, was der in diesem Kaff verloren hatte.

Die Tremere dagegen…krasse Sache. Da war dieser eine, ein Dr Dr Dr….was auch immer. Schwafelte am laufenden Meter, egal was los war klugschiss der Typ in einer Tour daher, hielt einen Sermon, das selbst die Feuerwehr im Einsatz eingeschlafen wäre und war dann auch noch beleidigt wenn ihm keiner zuhören wollte. Naja, hielt sich allerdings für was besseres und wurde daher von den meisten gemieden.

Von Timea und mir sowieso.

Aber der Boss von den Tremere… mein lieber Schwan, mit dem wollte man sich nicht anlegen. Ich meine jetzt ECHT nicht. Um ihn herum gab es nur Gerüchte, keiner wusste warum. Er hatte innerhalb des Clans Tremere nicht einmal einen besonderen Rang inne, aber der Name SARUS OLIVER MANDRAKE war selbst den ältesten Vampiren die ich kannte ein Begriff.

Er musste unglaublich alt sein, keine Ahnung welche Generation er hatte, aber er war verdammt nah an Kain dran, das war klar wie dicke Tinte. Er hatte angeblich einmal einen Großteil seines Status verloren und hätte eigentlich vernichtet werden sollen… Wurde er aber nicht. Was immer er angestellt haben mochte. Höchstwahrscheinlich wurde zu machtgierig, zog eine Mördershow ab und das ging dann zweifellos in die Hose. Aber das jemand von den Tremere begnadigt wird nachdem er verurteilt wurde ist ein Ding der Unmöglichkeit – entweder hat er mächtige Freunde, oder es ist einfach nicht so leicht Sarus zu töten. Ich tendiere dazu mich letzterem anzuschließen.
Andererseits gibt es für einen Tremere keine größere Demütigung als ihn zu degradieren, daher bleibt auch diese Überlegung haltlose Spekulation, wenngleich im Bereich des Möglichen.

Naja, und mit ebendem legte sich Timea in einer Tour an.

Es waren immer nur Kleinigkeiten, aber mehr als einmal hielt die Domäne den Atem an und erwartete einen magischen Atomschlag. Beispielsweise als herauskam, das es Timea war, die Sarus während einer Ansprache des Prinzen mit unterdrückter Nummer angeklingelt hatte. Der Prinz hatte Sarus daraufhin öffentlich gemaßregelt – eine unglaubliche Demütigung, besonders weil es jeder der Anwesenden zum Schreien komisch fand. Außer den Tremere, versteht sich.

Aber niemals ließ sich der geheimnisvolle Magier zu mehr als einem kalten Lächeln hinreißen. Stattdessen äußerte er an mehr als einer Gelegenheit, mehr nebenbei, aber deutlich für sie und die Umstehenden vernehmbar, das Timeas Tod lange dauern würde. Nicht nach menschlichen Maßstäben. Nicht nach Vampirischen Maßstäben. Nicht nach Maßstäben der Tremere. Ja, er würde sehr lange dauern – nach seinen eigenen Maßstäben. Und er würde ihrem Tod beiwohnen und nach Kräften seinen Teil beitragen. Dann lächelte er. Nicht kalt, sondern geheimnisvoll amüsiert.

Rückblickend frage ich mich ernsthaft, ob Sarus irgendwie hellsehen konnte. Nicht das es mir sonst irgendwie auffallen hätte können – von der Tatsache mal abgesehen, das ich zum Zeitpunkt des Eintritts der Vorhersage bereits den Löffel in Form einer netten kleinen Ladung C4-Sprengstoff abgegeben hatte. Aber die Genauigkeit der Beschreibung, welche Sarus immer ruhig, sachlich und gegen Ende immer leicht amüsiert zum Besten gab, machen mich im Nachhinein stutzig. Vielleicht ist es ganz gut nicht mehr zu leben…bzw nicht mehr untot zu sein. Also endlich richtig tot. Sarus zum Feind…nicht wirklich spaßig. Solang man lebt will man schließlich was davon haben.

Naja, ich lasse es mal gut sein für hier und jetzt. Kleinvieh macht auch Mist, verehrte Freunde der Nacht, wir lesen uns bald wieder.

Bonne Nuit et Au Revoir
Rancid
« Letzte Änderung: Juli 03, 2008, 20:00:56 Nachmittag von Violet »

Ruadriel

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  • Beiträge: 243
Re: RANCID - eine Geschichte aus der Welt von "Vampire - the Masquerade"
« Antwort #12 am: Juli 13, 2008, 11:54:43 Vormittag »
Tja, wo soll man anfangen? Ich versuche es einfach mal...

Der Einstieg mit der Untersuchungsabteilung ist eine nette Idee, leider wird dies im Schreibstil der Geschichte nicht fortgeführt und versandet somit. Schade.

Der Text selbst strotzt nur so vor Kommafehlern, andere Fehler kommen zwar auch vor, aber es wirkt, als hättest du von Zeichensetzung noch nie etwas gehört. Bedenklich, wenn du dein Hobby zum Beruf machen möchtest.

Wer stellt eigentlich die Zielgruppe dar, für die der Text geschrieben wurde? Jemand, der noch nie etwas mit Vampire zu tun gehabt hat, verliert einfach den Überblick in dem Wust an internen Spielbegriffen, einsteigerfreundlich ist es also auch nicht gerade. Zumal Regelbegriffe auch von den Charakteren verwendet werden, das finde ich auch nicht gut. Zwar folgt eine kleine Beschreibung der Welt und des Zustandes, aber wenn einem zur Welt der Dunkelheit als erstes Handgranaten einfallen und als vergleichbare Figuren nur Comic- und Superhelden genannt werden, halte ich das für ebenso missglückt. Zudem weist es auf einen ganz bestimmten Spielstil hin, den ich für mich nicht mag, aber das sei jedem selbst überlassen...
Und die deutsche Sprache darf ruhig verwendet werden! Der in dem Erklärungstext verwendete Mischmasch aus assimilierten englischen Begriffen führt zumindest bei mir zu Fußnägelrollen, Beispiele sind „siren“ und das unsägliche „gestaked“. Gepfählt oder gepflöckt täten es genauso und klingen weniger angestrengt. Ebenso verhält es sich mit dem Packleader bzw. Rudelführer oder, wenn du eh die Fachtermini verwenden willst, Ductus.

Zurück zum Text und den Charakteren. Selbige bleiben extrem farblos, da sie wenig bis kaum charakterisiert werden. Vielmehr werden dem Leser blasse Adjektive hingeknallt, tiefere Beschreibungen und nähere Erklärungen  fehlen völlig. Es reicht nun mal nicht aus, die Malkavianerin „so verrückt wie gefährlich“ zu nennen, das aber nicht mit Beispielen zu untermauern. Rancid und Timea sind, zumindest nach dem, was bis jetzt lesbar ist, totale stereotype Figuren ohne nennenswert einfallsreichen Hintergrund. Trinity bleibt sogar noch blasser. Auch die anderen Figuren bleiben farblose Abziehbilder, da du dich ebenso stereotyper und ausgelutschter Beschreibungen bedienst.

Des weiteren fehlen dem Text tiefergehenden Erklärungen völlig, z.B. die Person und die Aufgabe des Testers. Warum soll die Gruppe getestet werden? Warum von ihm? Was ist an Hassan so besonders? Jemanden, der sich mit den Sabbat-Strukturen auskennt, wird vieles erahnen können, aber der unbedarfte Leser blickt nicht mehr durch.
Somit wirkt die gesamte Situation ziemlich lieblos zusammengestückelt, ebenso das Ende, welches den Eindruck erweckt, mal eben so schnell zusammengeschustert worden zu sein. Gerade da hätten sich so viele Möglichkeiten zur Beschreibung ergeben können, leider werden diese nicht genutzt. Auch die Vielzahl an Personennamen, die einfach nur ohne nähere Erläuterung oder Charakterisierung genannt werden, ist ein Manko sowie eine vertane Chance.
Wolltest du das Ende der Geschichte an den Anfang stellen und dann den Weg dorthin nachzeichnen?

Das von Tobsucht angesprochene Potential in diesem Text sehe ich ehrlich gesagt nicht.
Ich kenne zugegebenermaßen deine anderen Texte nicht, weiß jedoch nicht, ob ich sie mir nach dem, was du in„Rancid“ geboten hast, durchlesen werde, da viele grundlegende Dinge, die man beim Schreiben von Geschichten beherrschen und beachten sollte, missachtet werden.

Violet

  • Gast
Re: RANCID - eine Geschichte aus der Welt von "Vampire - the Masquerade"
« Antwort #13 am: Juli 18, 2008, 11:29:39 Vormittag »
hallo ruadriel,

zunächst mal vielen dank für deinen konstruktiven beitrag. ich versuche in der kürze der zeit kurz auf das eine oder andere einzugehen.

zum hintergrund der story: es ist die nacherzählung eines spieleabends. du hast recht, für anfänger ist der text wenig geeignet. das mit den kommafehlern nehme ich zur kenntnis. der text sollte eigentlich auf der website unserer domäne erscheinen, so wie eine zeitlang nach jedem spiel-abend ein text erschien. immer aus der sicht der chars, natürlich. das hat sich mit dem ausscheiden unseres admins damals leider erledigt.

das sich dir bei anglizismen die fußnägel aufrollen ist bedauerlich, aber da unterscheiden sich die geschmäcker eben. so spielen wir halt (oder haben gespielt) und ich schreibe sie auf, weil ich mich an sie gewöhnt habe und ich finde, das sie cool klingen.
farblose chars...hmm...ganz unrecht hast du nicht, es sind halt stereotypen. lassen sich gut spielen und sind vielseitig.
es tut mir leid, wenn die erklärungen nach dem ersten beitrag etwas lieblos erscheinen, aber ich habe leider klausurphase, daher konnte ich mir die zeit nicht nehmen, die ich mir gern genommen hätte.
meine anderen werke...tja, ich bin grad an shadowrun dran. der plan lautet, ihn dieses jahr bis oktober fertigzustellen und verlagen anzubieten. wenn es nichts wird, veröffentliche ich ihn online und würde mich auch dann natürlich wieder über kritik freuen.

ich danke dir für diese offene und ausführliche kritik und versuche, die angesprochenen punkte einzubauen und zu verbessern. ich hoffe, das sich noch mehr leute berufen fühlen, ihre meinung genauso frei zu äußern.

letztendlich freue ich mich natürlich besonders darüber, das die geschichte immerhin spannend genug war, um sie zu ende zu lesen.

MfG
Violet aka R1Zz0

Coventina

  • Ork
  • *
  • Beiträge: 21
Re: Suche Leser und Kritik
« Antwort #14 am: Juli 19, 2008, 20:43:03 Nachmittag »
Im großen und ganzen stimme ich mit Ruadriel überein, will Dir aber noch einen praktischen Hinweis geben. Achte mal ein bißchen auf Deinen Satzbau, damit solche Sachen nicht passieren:


 Mit einer Mischung aus Überraschung und Panik zerfiel der Pflock vor ihren Augen zu Staub.

Wieso gerät der Pflock in Panik? Hat das arme Ding etwa Todesangst? Das können in dem Fall sicher nur wenige Personen nachvollziehen (*Ruadriel zuzwinker*)

Ich habe auch einige falsch zusammengestückelte Metaphern gefunden, die dadurch ziemlich... seltsam klingen und teilweise ungewollt komisch sind.
« Letzte Änderung: Juli 19, 2008, 21:11:40 Nachmittag von Coventina »