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Pen&Paper => Gilde der Plotschreiber => Thema gestartet von: Captain am Juni 11, 2012, 11:52:43 Vormittag

Titel: [Dogs in the Vineyard] Thunder Creek
Beitrag von: Captain am Juni 11, 2012, 11:52:43 Vormittag
Bei dieser Town für Dogs in the Vineyard habe ich einmal einen völlig anderen Ansatz gewählt als sonst. Normalerwiese gehe ich von einzelnen Beziehungen aus und deren Problem und abstrahiere dann das drumherum anhand des DitV-Setting-Aufbau-Schemas (https://docs.google.com/document/d/1nWQUgY_GQ6pQkGfgCCJjYD6ljJ_WNQFwOBRkSGV31oI/edit). Dieses Mal wollte ich gerne zeitgenössische Gesellschaftskritik unterbringen.

Thunder Creek ist darauf ausgerichtet, aktuelle politische Situationen aufzugreifen. Das passiert natürlich nur in abgegrenztem Rahmen, sonst würde ich so ne Spielrunde sprengen. Hauptsächlich habe ich dabei ganze Grupierungen auf Einzelpersonen heruntergebrochen und das dann auf das Setting-Schema gebracht.
Praktisch kann so eine Spielrunde natürlich nicht exemplarisch als Modell für die reale Situation wirken (schon alleine, weils den eingreifenden moralfinger von außen real nicht gibt). Ich empfand es dennoch als sehr spannend, wie Spieler mit einer solchen Situation umgehen.

Achtung Spoilerwarnung: Wer gerne mit mir dieses Setting, welches ich auf der DreRoCo Primavera 3 angespielt habe, ebenfalls spielen möchte, kann mir das gerne mitteilen. In diesem Falle empfehle ich, die weiteren Posts hier nicht zu lesen. Mir ist es aber prinzipiell egal, ob und mit wie viel Vorwissen Leute bei mir spielen. Jeder muß selber entscheiden, ob Spoiler für ihr OK sind oder nicht. Gewarnt habe ich hiermit. ;)
Titel: Re:[Dogs in the Vineyard] Thunder Creek
Beitrag von: Captain am Juni 11, 2012, 11:53:10 Vormittag
Einleitung
Thunder Creek ist eine Ortschaft am Rande des Gebirges. Das Namensgebende Gebirgsflüsschen beschert dem Tal fruchtbare Böden und den Anwohnern ein gutes Auskommen. Alleine der begrenzte Platz in dem Tal schränkt den möglichen Zulauf an neuen Familien ein.
Eine einzelne Straße führt durch den Ort, an der alle Wohnhäuser und Geschäfte direkt anliegen. Die Felder liegen hinter den Häusern und um den Ort herum. Sie enden direkt am Rande eines dichten Waldes, welcher sich den Berghang hinauf erstreckt und sich erst in den Gipfeln lichtet.
Ein Bruder Gabriel hat einen Brief an den erhabenen Orden zur Erhaltung des Glaubens und der Gläubigen in Bridal Falls City geschickt, in dem er von einer zerbrechenden Gemeinde spricht und um Hilfe bittet.

1.a) Hochmut
Vor einigen Jahren sind Jeremiah, der Sohn des Schmieds und Prudence, die Tochter des Stewards zusammen durchgebrannt. Wenige Tage später wurden ihre Leichen angespült am Flussufer gefunden. Sowohl Bruder Ethan, der Schmied als auch der Bruder Daniel, der Steward erklärten, von der Beziehung der beiden nichts gewußt zu haben.
Bruder Daniel verkündete, daß er Maßnahmen ergreifen wolle, daß so etwas nicht wieder passiert. Er glaubt auch jetzt noch, daß er die Tragödie hätte verhindern können, wenn er Bescheid gewußt hätte.

1.b) Ungerechtigkeit
Steward Daniel stellte Bruder Joshua als Sheriff ein und erlaubt ihm Deputies zu ernennen. Der Sheriff sollte Informationen sammeln, die auf potentielle Probleme hinweisen, damit diese gelöst werden können - auch über die Köpfe von Familienvätern hinweg - bevor sie eskalieren. Er sollte dabei möglichst diskret vorgehen, um das soziale Miteinander der Gemeinschaft nicht zu belasten.
Besonders Schwester Celeste, die Frau des Stewards, bekam die zusätzliche Arbeitsbelastung ihres Mannes zu spüren. Sie fühlte sich zunehmend vernachlässigt und richtet ihre Energie verstärkt auf ihr Aushängeschild: den gut geführten Haushalt des Stewards.
Bruder Zachary, der Sohn des Stewards, führte unter dessen ein Nischendasein. Die Tote Schwester war immer sehr viel stärker im Bewußtsein seines Vaters als er. Und die Informationen, die der Sheriff zusammentrug, sorgten nur noch mehr dafür, daß sein Vater sich mehr um die Gemeinde als um seine Familie kümmerte. Zachary erschien es, als würde sein Vater ihn gar nicht wahrnehmen.

2.a) Sünde
Bruder Zachary entwickelte eine Abneigung gegen die Tätigkeiten des Sheriffs. Wenn es Probleme in einer Familie gibt, solle das nicht zuerst in der Familie geklärt werden, bevor der Steward hinzugezogen wird? Das ist es doch, wofür die Familienhierarchie da ist. Er begann, andere in seinem Alter, behutsam nach ihrer Meinung zu befragen und fing an Gleichgesinnte zu sammeln. Sie treffen sich regelmäßig in den Wäldern. Mehr als gelegentlich mal das Pferd eines Deputies losbinden und wegscheuchen oder die Akten vom Schreibtisch des Sheriffs zu klauen um diese zu vernichten unternahmen sie aber nicht. Die Gruppe propagiert eine Ablehnung von Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele.
Die meisten Einwohner von Thunder Creek gewöhnten allerdings sich an die ständigen Nachforschungen des Sheriffs und seiner Deputies. Gelegentlich wurden Deputies zum Essen eingeladen und Freundschaftsdienste erwiesen oder auch nur günstige Preise verlangt für die Männer die für Recht und Ordnung sorgen. Zum Ausgleich schauten die dann nicht mehr so genau hin, wenn es um ihre "Freunde" ging.

2.b) schlimme Dinge
Natürlich bekam Bruder Joshua irgendwann heraus, daß da irgendwelche konspirativen Treffen abgehalten werden. Er bekam heraus, daß Schwester Patience, die Tochter des Ladenbesitzers zu den Treffen geht. Er begehrt sie und versuchte sie mit dem Wissen zu erpressen, um sie in sein Bett zu bekommen. Patience aber, ist heimlich in Zachary verliebt und hat bisher niemandem davon erzählt. Sie beantwortete den Erpressungsversuch mit einer Ohrfeige, woraufhin der Sheriff sie einsperrte.
Zu Beginn der nächsten Sonntagsmesse forderte er einige Minuten Gehör. Er berichtete von einer kriminellen Struktur der Jugend und erklärte, daß er jeden einzelnen der Dissidenten zur Strecke bringen würde. Er forderte jeden Anwohner auf, bei den Ermittlungen mitzuwirken und selbstständig alles offenzulegen was er weiß. Der Sheriff begründete "daß keiner etwas zu befürchten hätte, der nichts verheimlicht".
Damit eckt er vor allem bei Bruder Ethan, dem Schmied an, der sich seit dem Tod seines älteren Sohnes stark auf seine restliche Familie konzentriert hat. Er redet mit anderen nur noch, soweit es seine Arbeit erfordert und hat kein Interesse, "jeden in seinen Angelegenheiten herumschnüffeln zu lassen". Aber wenn er aufsteht und was sagt, würde das nur die Aufmerksamkeit auf ihn ziehen und er hätte noch weniger Ruhe.

3.a) falscher Glauben
Die Jugendlichen entwickeln die Überzeugung: "Wir brauchen keinen Steward und keinen Sheriff." Über Entscheidungen, welche die Gemeinde insgesamt betreffen kann man ja abstimmen und alles andere soll "in der Familie" bleiben. Auch wenn sie friedlich bleiben wollen, üben sie dennoch zu schießen und sich gegen "Angriffe" des Sheriffs und seiner Deputies zur Wehr zu setzen. Bruder Zacharys bester Freund, Bruder Gabriel, der jüngere Sohn des Schmieds, kommt zwar immer mit zu den Treffen und stärkt seinem Freund den Rücken, fühlt sich aber nicht unmittelbar betroffen. Er würde am liebsten zwischen den Fronten, die er genau sieht, verhandeln. Aber ihm fehlen Mittel und eine realistische Perspektive, dies zu erreichen.
Der Sheriff wiederum kontrolliert zunehmend das öffentliche Leben der Gemeinde. Er beginnt zu glauben, "Das Durchsetzen von Recht und Ordnungen steht über der Selbstbestimmung Einzelner."

6.) was wollen die Leute
a) die Anwohner:
b) die Dämonen
c) wenn niemand einschreitet

Einsteigen könnte man in das Szenario, indem man die Sitzblokade als plakatives Event an den Anfang setzt und den Kram der zu der Situation erst danach reingibt, wähend die Dogs versuchen die Ursprünge dieses offenen Konflikts zu verstehen.
Ich selber habe in der von mir bisher gespielten Runde die Dogs ein paar Stunden vorher ankommen lassen. Das gab ihnen Raum einzuwirken bevor die Sache eskaliert. Und in der Tat haben sie es auch geschafft, die Jugentlichen diesen Plan auszusetzen und sich von den Dogs helfen zu lassen.
Ich mag aber sicher bei Gelegenheit auch die andere Variante mal ausprobieren, weil die vermutlich sehr viel schneller sehr viel explosiver wird.
Titel: Re:[Dogs in the Vineyard] Thunder Creek
Beitrag von: Captain am Juni 11, 2012, 12:00:43 Nachmittag
Wie immer gilt: wenn jemand Anmerkungen, Hinweise oder Fragen hat: immer her damit.
Ich würd mich auch sehr darüber freuen, wenn jemand das benutzt und mir dann davon berichtet.