LindenCon (23. bis 25. Juni 2006) in Leipzig

Begonnen von Captain, März 21, 2006, 19:26:42 NACHMITTAGS

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Falk

Wir vergeben keine festen Schlafplätze, auf Grund vermehrter Auswertiger haben wir noch zwei zusätzliche Schlafzelte organisiert. (mit Boden)

Es dürfte also keine Engpässe geben. (bisher haben immer alle im Haus gschlafen, dieses Jahr haben wir wie gesagt nochmal 15 Plätze zusätzlich)

ISO Matte und Schlafsack nicht vergessen.

Schwankus

Konrad, im Haus wirst du sicher unterkommen, wenn dort in den Räumen dann keine Spielrunden mehr hocken. Ich selber werde mir aber wieder ein kleines Zelt mitbringen, da bin ich etwas privater und flexibler.

mfg Marc
E=mc²+3w6

gemüse-ghoul

Sorry, ich fahre nun doch mit dem Zug (direkt aus Dortmund).
"Finite players play within boundaries, infinite players play with boundaries." -- James P. Carse, Finite and Infinite Games.

Alles über taktisches Abenteuerrollenspiel:
http://ghoultunnel.blogg.de/ (neu)
http://ghoultunnel.blogspot.com/ (alt)

Aelfstan

Zitat von: Schwankus in Juni 15, 2006, 19:48:09 NACHMITTAGS
Aelfstan, ich wäre auch sehr enttäuscht, wenn du mit den Leipziger Rollenspielladen die Linencon ignoriertest. ;)

Was war das eigendlich für eine putzige englische Spielrunde, bei der du an dem samstag Abend beim letzten Lindencon mitgemacht hast ?
Die wirkte sehr lustig und chaotisch auf mich.

mfg Marc

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern - vielleicht Inspectres?

Stefan
Genie ist nicht nur einfach Licht, sondern vor allen Dingen beständiges Wahrnehmen des uns umgebenden Dunkels, aber seine normale Feigheit besteht darin, sich im eigenen Glanze zu sonnen und, solange dies möglich ist, nicht über dessen Grenzen hinauszuschauen.

Stanislaw Lem

gemüse-ghoul

Wer nicht dabei war, hat was verpasst! Es gab eine breite Auswahl an konventionellen und unbekannten Systemen und unterschiedlichsten Genres vom würfellosen Erzählspiel zum taktischen Fantasy-Brettspiel geboten und viele lustige Ereignisse, eine tolle Orga, generell gute Stimmung und keine Langeweile (au0er beim Munchkin zocken).
:mrgreen:
"Finite players play within boundaries, infinite players play with boundaries." -- James P. Carse, Finite and Infinite Games.

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Aelfstan

Genie ist nicht nur einfach Licht, sondern vor allen Dingen beständiges Wahrnehmen des uns umgebenden Dunkels, aber seine normale Feigheit besteht darin, sich im eigenen Glanze zu sonnen und, solange dies möglich ist, nicht über dessen Grenzen hinauszuschauen.

Stanislaw Lem

Schwankus

#36
Alsdann.

Wie fand der Marc den Con ? Rundum gelungen, und wesentlich besser als beim letzten Mal, auch was das Erleben der Spielrunden betraf. Subjektiv waren die im Ganzen einfach besser als letztes Jahr. Aber dazu später. Auch viele Leute waren dabei, inzwischen mehr bekannte Gesichter, was natürlich noch mehr zum Erlebnis beitrug.

Wie bereits beim letzten Mal war alles mustergültig organisiert, Teezelt und Taverne waren mithin wichtige Elemente, wo ich nicht meckern kann, auch wenn mittendrin plötzlich die Löffel ausgingen ( aber: LARPer sorgt vor und hat selber dabei ! ). ;) Die Preise waren insgesamt sehr günstig, was den Conbeitrag als auch das Speiseangebot anbelangte. Workshops sind wie letztes Jahr im Angebot gewesen, und waren wie gewohnt vielfältig, wenn auch oftmals mehr für Rollenspielanfänger interessant. Auch hier (wie auch später in den Spielrunden) gab es die ein oder andere Improvisation.
Obwohl es doch mehr Teilnehmer, besonders solche die am Gelände übernachten wollten, gab als bei der letzten Con, stellte das niemanden vor großartige Probleme, vorausschauend wurden hier zwei sehr hübsche Schlafzelte bereitgestellt, über deren Bequemlichkeit der Konrad mehr erzählen kann. Viel Schlaf hatte ich ohnehin nicht, denn wer die Nachtspielrunden wahrnehmen und morgends früh raus wollte, dem blieb nicht viel zwischendrin. Geschadet hats mir jedoch nicht. ;) Ins Bett geriet ich am Samstag Morgen gegen 5 Uhr schätze ich, nachdem sich die letzten Vampire-Grüppchen zerstreut hatten. Blieb dort aber nicht lange, denn schräg klingender Gesang, begleitet von Gitarrenmusik, versuchte Schandmaul frei nachzusingen, und holte mich recht zeitig wieder aus dem Zelt. Ich gesellte mich dann einfach zu den doch recht trübe aussehenden Zechern, die die Nacht durchgefeiert hatten, um auf das Frühstück zu warten.
Über die Tombola am Samstag (viele tolle Preise, aber auch einige ... naja ... wer braucht Perry-Rhodan-T-shirts ?) will ich nicht viele Worte verlieren, vielleicht hätte man da doch mehr als ein paar Euro in Lose stecken müssen, um ein erfolgreicher Gewinner zu sein. Viel interessanter war da für mich die eilig zum WM  - Spiel umgeräumte Taverne am Samstag... spannend bis zuletzt, ob die Technik auch so hinhaut. Die Verkabelung klappte dann auch nicht so ganz, zweimal kappten Schwerkraft und Unachtsamkeit die Steckdosen und führten zur Frustpanik. Trotzdem, wie es sein soll, war alles rechtzeitig bereit, und es wurde eine tolle erste Halbzeit mit guter Stimmung. Die zweite hab ich mir dann jedoch nicht mehr angetan, die Munchkin Runde versprach bis zu den aufgrund des WM Spiels nach hinten verschobenen Spielrunden mehr Spannung, als dessen zweite Halbzeit (wo dann ja auch wirklich nichts mehr passierte). Womit bewiesen wurde: Wer Langeweile-geplagt herumsaß und auf den nächsten Spielblock wartete, der war nicht ganz verloren.
Über den Con verteilt (hauptsächlich Samstag Abend) gabs dann eine Darbietung von Jongleurkunst mit rotierenden Feuerkugeln (Poi), die ich im Kompletten verpasst habe. Dennoch konnte ich einen kurzen Blick drauf werfen, und nur sagen: Alle Achtung ! Entsprechend gabs dann ein paar Neugierige, die gleich mal den entsprechenden Workshop besuchten. ;)
Der Sonntag erlebte mich dann schon etwas übernächtigter, aber noch fit genug für zwei Blocks. Auch hier kam ich auf meine Kosten, und ließ mir endlich Zeit mit Abbau und Abreise, da unsere (Darnokk und meine) Mitfahrgelegenheit erst sehr spät, dafür aber bis vor die Haustür, losfuhr.

Vermisst habe ich dieses Jahr Autorenlesungen, die noch letztes Jahr zum Programm gehörten. Ebenfalls fehlte mir eine kurze Liste mit Beschreibungen der angebotenen Systeme, was die Entscheidung manchmal etwas schwer machte. Das Haus der "Insel" war für meinen Geschmack etwas zu ungemütlich, oder besser gesagt: muffig. Aber man konnte ja woanders hingehen, Platz gabs genug. Mücken gabs auch Zuhauf, aber dafür konnte ja nun keiner. Nicht wirklich vermisst habe ich ein oder zwei Händler, die noch beim letzten Mal ihre Stände aufgestellt hatten, nur Fantasy'n'Fiction war dabei.

Ein Lob muss ich jedoch nochmals an die Orga aussprechen, die wie gewohn souverän aber unauffällig die Convention leitete, und jederzeit für Probleme (man braucht draußen Licht, weil keiner IM Spielzelt, aber drumherum spielen wollte?) da war.

Zu den Spielrunden:
Die Einschreibung war das übliche Gedränge, während es am Freitag/Samstag Morgen noch etwas eng aussah mit dem Angebot der Spielrunden, war dann später Entspannung angesagt, drängeln musste keiner mehr um eine schöne Runde zu finden.
Der Freitag führte mich dann als "Starknight" ins System der "Savage Worlds" ein. Hier war ich neugierig, ein wenig skeptisch ob des ersten Eindrucks, aber dann doch sehr positiv überrascht. Was auch mithin an meinen Mitspielern, besonders dem Showmaster, lag. Inwieweit wir dem Setting gerecht wurden, oder einfach nur noch Ulk trieben, wage ich aber nicht einzuschätzen.

Der Nachtblock am Freitag war dann recht entspannt, es gab hier sogar Spielermangel, da sich eine sehr große Zahl fürs Vampire Live zurechtgemacht hatte. Es war lustig anzusehen, wie sich ein Haufen Erwachsener in sich ähnelnde mystisch düstere Kostüme warf (ihr seht, Vampire ist nicht so mein Ding ;)), die Fingernägel lackierte und auch sonst lauter lustige Dinge trieb. Was ich nicht verstand: Wenn Vampire nicht offen als solche auftreten, warum sind dann alle so angezogen, dass man nur einen Blick drauf werfen muss um Bescheid zu wissen ?
Das Spiel selber muss dann wohl doch sehr schön gewesen sein für die Teilnehmer, denn es gab zahlreiche Grüppchen die noch lange zusammensaßen um über das Erlebte zu schwatzen, und auch ein Überraschtes "Cool, die haben sogar meinen Charakterhintergrund eingebaut".
Ich saß derweil im Spielzelt, und wollte "Der letzte Exodus" mitspielen. Das scheiterte jedoch an mangelnder Spielerzahl, da unser Spielleiter genau fünf und keinen mehr oder weniger brauchte. Der Grund war, dass einer der Spieler der Bösewicht sein sollte, alle Spieler gemeinsam dies aber erst im Laufe des Spiels herausfinden sollten... diese Info steckte dann unvorsichtigerweise der Spielleiter des Nachbartisches, dessen Runde ebenfalls recht unterhaltsam wirkte. Gespielt wurde dann jedoch trotzdem, und zwar ohne irgendein festes System oder Würfelregeln, sondern einfach (nahezu) frei. Spaß war garantiert, hier ein Lob an den Spielleiter, das Nordlicht. Aber hätte es nicht, der Dame am Tisch zuliebe, was anderes als Würmer sein können, die das ultimative Böse darstellten, das wir bekämpfen mussten ?

Am Samstag spielte ich dann eine Einsteigerrunde Degenesis. Hier hatte ich ebenfalls viel Glück, und werde mich daher immer wieder gern an die Runde zurückerinnern. Das Setting war schnell erklärt, Würfelregeln erschienen simpel. Interessant wurde es bereits bei der Verteilung der Charaktere, mir wurde ein Chronist zugeteilt, der später als unnahbarer Anführer und Auftraggeber auftreten sollte, Darnok war in diese Runde auch dabei, und spielte den Leibwächter. Ob ich mit einem anderen Heldentyp mehr Spaß gehabt hätte, wage ich aber zu bezweifeln. Die Runde bot dann eine abwechslungsreiche aber simple Geschichte, die auch dank der guten Leistung des Spielleiters zu überzeugen wusste, und am Ende sogar mit einem Dilemma aufwartete: Ich musste mich zwischen meinemAuftrag oder Verrat entscheiden, was für einen moralisch bedenklichen Helden schon eine harte Nuss war. Letztlich entschied ich aber, dass die Versuchung zu riskant war, und wir packten alles wunderbar.

Durch das WM-Spiel verzögert kam ich dann in die Gelegenheit, das erste Mal Shadowrun 4 auszuprobieren. "Eismann" war der Spielleiter, auch wenn ich stellenweise etwas enttäuscht war, war es insgesamt doch ein guter Abend. Die Neuauflage hat inzwischen ein ganz eigenes Flair, welches mit dem klassischen Cyberpunk wie ich es kannte, nicht mehr viel gemein hatte, das Shadowrun-Setting ist multimedialer geworden.
Die Runde dauerte, (auch dank seltsamer Aktionen) weit über die Mitternacht hinaus an, und war verlor damit zwei Spieler an Mitternachtsrunden. Gespielt wurde das erste Abenteuer von "München Noir", welches einerseits sehr interessant gestaltet ist, und nette Gimmiks hat, andererseits beim Spieler Frustration erzeugt, da es öfter mal vorkam, dass man planlos in der Luft hing, und kein Hinweis kam.
Mitschuld hat sicher, dass die typischen SR4 Charakterarchetypen genausowenig taugten, wie die der 3. Edition, und so viele Aktionen einfach an fehlenden oder schlechten Werten scheiterten. Dennoch brachten wir dieses Abenteuer zum Abschluß, wenn auch nicht so, wie vorhergesehen.
Den Rest des Nachblocks verbrachte ich damit, mir die ein oder andere Spielrunde als Gast anzuschauen, Shadowrun war aber überproportional häufig vertreten.

Auch am Sontag gabs dann nochmal Shadowrun (es blieben viele Runden ohne Spieler), diesmal aber die 3er, was Bekanntes zum Spaß haben als Belohnung zum Ausklang. Auch hier, schöne Story, guter Spielleiter (wußte ich aber schon vorher), schönes Spiel. Auch hier wurde alles geschafft, ich hatte Spaß, und war mit der Runde irgendwie immer noch beschäftigt, als die Orga schon dabei war, die Zelte abzubauen. Was uns aber nicht störte, da unser Tisch bereits seit Samstag Mittag aus dem Zelt ins Freie geschafft worden war, wo es einfach gemütlicher war. Gelernt hab ich dabei: Der pure Straßensam bringts nicht, denn er kann nicht immer Aufträge in den Barrens übernehmen, und ist woanders verloren.

Als Fazit kann ich sagen: Habe zwei neue und ein bekanntes System in Neuauflage kennengelernt, und dabei viel Spaß gehabt. Tolle Stimmung, tolle Leute. Viele nette Gesichter kennengelernt. Nochmal !

mfg Marc
E=mc²+3w6

Darnok

Ja, von mir dann mal noch ein paar Ergänzungen: Die Schlafzelte waren sehr praktisch. Zwar auch muffig nach 2 Tagen, aber deutlich besser als im Haus und so gab es genug Platz für alle. Zudem konnte man dort sein Zeug liegen lassen. Die Organisation war wirklich bemerkenswert, man hat nichts von Pannen bemerkt und alles war bedacht. Insbesondere auch die Versorgung mit Essen (Frühstück) und Getränken (Teezelt). Nur die Brötchen hätten etwas weniger zäh sein können ;)
Nachts spielen war nicht so mein Ding, da habe ich dann doch lieber den Schlaf gesucht.
Ich habe verschiedene Spiele ausprobiert die ich noch nicht kannte. Dabei haben mir zwei zugesagt (Traveller, Descent) während ich bei den anderen beiden (Degenesis, Ashnadar) jetzt weiß, dass sie nicht so mein Ding sind.
"Ich glaubte es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit war es das Leben." - Joseph Conrad

Darnok

"Ich glaubte es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit war es das Leben." - Joseph Conrad